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27.07.2018

Werkzeugspanntechnik für den Großformenbau

Prozesssicherheit beim Zerspanen

Automatisierung ist für Schweiger Formenbau der Schlüssel, um hochpräzise Spritzgießformen zu marktfähigen Kosten zu produzieren. Für die erforderliche Prozesssicherheit verlässt sich der Großformenbauer bei der Werkzeugspannung auf den Systemanbieter Haimer.

Bei der Fräsbearbeitung setzt der Schweiger Formenbau Werkzeugspanntechnik von Haimer ein.
© Haimer

Die inhabergeführte Schweiger GmbH & Co. KG im oberbayerischen Uffing am Staffelsee ist auf eine der anspruchsvollsten Branchen ausgerichtet: die Automobilindustrie. Für Geschäftsführer Anton Schweiger und seine rund 75 Mitarbeiter bedeutet das, mit jedem produzierten Spritzgießwerkzeug höchste Ansprüche an Präzision und Qualität erfüllen zu müssen. Dazu gilt es, sich einem globalen Wettbewerb zu stellen, der unter anderem enormem Kostendruck ausgesetzt ist. Dabei setzt Schweiger auf eine automatisierte und absolut zuverlässige Prozesskette. So investierte das Unternehmen 2016 unter anderem in zwei 5-Achs-Bearbeitungszentren DMC 210U und 270U von DMG Mori, die in der Lage sind, selbst XXL-Bauteile in einer Aufspannung komplett zu bearbeiten. Mit einer entsprechenden Palettenautomatisierung ausgestattet, laufen die Maschinen an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr – und das bei einem personellen Einschichtbetrieb. An den Wochenenden ist komplett bedienerlose Zeit.

Auch auf die Werkzeugspanntechnik hat Anton Schweiger einen Fokus gelegt. Sie trägt große Verantwortung für die Qualität der Zerspanung, die Lebensdauer der Spindel und die Standzeit der Werkzeuge. Die Frässpezialisten bei Schweiger schwören diesbezüglich auf die Zusammenarbeit mit der Haimer GmbH, Igenhausen.

Haimer liefert die gesamte Werkzeugspannung aus einer Hand

Bei Werkzeugaufnahmen, Schrumpf-, Wucht- sowie Voreinstelltechnik verwendet Schweiger sowohl Standard- als auch Sonderanfertigungen. © Haimer

Hauptargument für die intensive Zusammenarbeit ist für Schweiger-Fertigungsleiter Andreas Orterer die Qualität der Haimer-Produkte. So verwendet Schweiger mittlerweile eine vierstellige Zahl von Haimer-Werkzeugaufnahmen mit Schrumpftechnik. Außerdem stehen zwei Power-Clamp-Schrumpfgeräte und ein Tool-Dynamic-Wuchtgerät in der Fertigung. Andreas Orterer erläutert: „Von Haimer bekommen wir alles rund um die Werkzeugspannung aus einer Hand, was uns sehr entgegenkommt. Zudem merkt man den Schrumpf- und Wuchtgeräten an, dass sie von Praktikern entwickelt wurden. Sie lassen sich völlig unkompliziert bedienen und führen zu schnellen Ergebnissen.“
Das gilt ebenfalls für das Microset-Werkzeugvoreinstellgerät Uno autofocus 20|70, das bei Schweiger zwischen den Schrumpf- und Wuchtgeräten steht. Auch dieses ist inzwischen ein Haimer-Produkt, nachdem das bayerische Unternehmen die Microset-Werkzeugvoreinstelltechnik in Bielefeld Anfang 2017 übernommen hat. Gegenüber der manuellen Version ist das Uno autofocus in der Lage, die zu messende Schneide automatisch in der C-Achse zu fokussieren. Insbesondere bei Werkzeugen mit mehreren Schneiden am Umfang erweist sich diese Option als zeitsparend. Unterm Strich erlaubt das Gerät dank der Voreinstellung außerhalb der Maschine Rüstzeitverkürzungen bis zu 70 Prozent.

Die Rundlaufgenauigkeiten liegen standardmäßig unter 3 μm

Mittlerweile verfügt Schweiger über eine vierstellige Zahl an Haimer-Schrumpfaufnahmen. © Haimer

Wie zufrieden Anton Schweiger mit seinem Partner Haimer ist, lässt sich daran bemessen, dass er dessen Maschinen seit mehr als zwei Jahrzehnten nutzt. Als der Werkzeugbauer vor etwa 20 Jahren die erste HSC-Maschine kaufte, stieg er wegen der besseren Rundlaufgenauigkeit von mechanischen Spannzangenfuttern auf die von Haimer angebotenen Schrumpfaufnahmen um. Diese arbeiten mit einer Rund­laufgenauigkeit von durchgängig unter 3 μm. Für die Uffinger Werkzeugbauer ist das eine wichtige Voraussetzung. Denn bei den anspruchsvollen Endprodukten akzeptieren die Kunden nicht die geringsten Schönheitsfehler. Gleiches gilt für die Spritzgießwerkzeuge: In der Regel sind spiegelnde Oberflächen zu erzeugen und Toleranzen kleiner 2/100 mm einzuhalten.

Ein Schwerpunkt in der Fertigung bei Schweiger sind Fräsarbeiten für komplexe Großformen, wobei einzelne Werkstücke bis zu neun Tonnen wiegen können. Die Kavitäten sind häufig sehr tief: 300 bis 400 mm, manchmal auch 500 oder 600 mm. Das erfordert schlanke Schrumpfaufnahmen und den Einsatz von Schrumpffutter-Verlängerungen sowie Werkzeugen mit extrem langem Schaft. „Haimer bietet schon im Standard eine große Vielfalt an Werkzeugaufnahmen. Bei Bedarf bekommen wir aber stets verschiedenste Sonderausführungen geliefert“, betont Fertigungsleiter Orterer. Die guten Rundlaufeigenschaften tragen nicht nur zu sehr guten Zerspanungsergebnissen bei, sondern schonen auch Spindel und Werkzeuge.

Die Werkzeuge müssen 50 Stunden und mehr schadenfrei durchhalten

Eine längere Spindellebensdauer spart zwar erhebliche Kosten, doch noch wichtiger sind die hohen Standzeiten für die automatisierte Produktion. „Um mannlos bearbeiten zu können, benötige ich ein absolut zuverlässiges, möglichst langlebiges System aus Spindel, Aufnahme und Werkzeug“, erläutert Anton Schweiger. Denn viele der großen Spritzgießwerkzeuge bearbeitet Schweiger automatisiert in einer Aufspannung – ununterbrochen 40 bis 50, manchmal auch 100 Stunden lang. Ein Werkzeugbruch oder gar ein Spindelschaden während des mannlosen Betriebs wäre fatal. Auch für die zu erzielende Oberflächenqualität ist die steife und stabile Verbindung wichtig. Nicht jede Anforderung des Uffinger Werkzeugbauers lässt sich mit Standardwerkzeugaufnahmen optimal erfüllen. „Für uns ist es wichtig, dass Haimer ein offenes Ohr für die Anwender hat“, betont Anton Schweiger. Sein Ansprechpartner Oliver Lechner, Haimer-Vertriebsleiter Süddeutschland, reagiert schnell auf Anfragen. Lechner dazu: „Wir liefern der Firma Schweiger dann die benötigten Sonderanfertigungen, wie zum Beispiel spezielle, konisch geformte Messerkopfaufnahmen, mit denen sich Kavitäten bis zu 360 mm Tiefe bearbeiten lassen.“ Anton Schweiger ergänzt: „Diese Aufnahmen sind perfekt auf die Werkzeugdurchmesser und die jeweiligen Kavitäten abgestimmt. Damit kann ich die Maschinen bedenkenlos ohne Beaufsichtigung arbeiten lassen – selbst beim Schruppen.“


Mediathek

Bilder vom Schweiger Technologietag 2017

Weiterführende Information
  • Großformfräsen 4.0
    FORM + Werkzeug 01/2017, SEITE 27 - 29

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    Diesen Artikel bieten wir Ihnen mit freundlicher Unterstützung der Redaktion Form+Werkzeug kostenlos als PDF-Datei zum Download an.

Unternehmensinformation

Haimer GmbH

Weiherstr. 21
DE 86568 Igenhausen
Tel.: 08257 9988-0
Fax: 08257 1850

Schweiger GmbH & Co. KG Werkzeug- und Formenbau

Rigistr. 6
DE 82449 Uffing
Tel.: 08846 9203-0
Fax: 08846 9203-30

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