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29.03.2016

Spritzgießwerkzeuge mit Beschichtung: Hochglanz ohne Kratzer

Gigaset arbeitet mit Balitherm Primeform von Oerlikon Balzers

Stefan Schlottbohm (links) von Gigaset und Michael Bilo von Oerlikon Balzers bei der Bauteilprüfung. © Oerlikon Balzers

Höchste Qualität ist die Devise der Gigaset AG mit Hauptsitz in München – die Firma erhält seit Jahren Auszeichnungen für herausragendes Design ihrer Produkte und gilt als Europas Marktführer bei DECT-Telefonen. Eine besonders elegante Optik besitzt etwa das neue Gigaset CL750, auch bekannt als ‚Sculpture‘. Das schnurlose DECT-Telefon mit Ladebasis glänzt mit makellosen Oberflächen in Weiß oder Schwarz.

Weniger Wartungsaufwand, bessere Entformbarkeit: Das verspricht der Hersteller bei Veredelung der Spritzgusswerkzeuge. © Oerlikon Balzers

Dafür betreibt der Hersteller im Werk in Bocholt viel Aufwand: Gigaset setzt in der Produktion jetzt auf eine Veredelung seiner Spritzgießwerkzeuge mit der Beschichtung Balitherm Primeform. Die Schutzbehandlung sorgt für perfekte Hochglanzoberflächen der gefertigten Kunststoffteile und verkürzt die Wartungs- und Zykluszeiten in der Produktion.

Das No-go: Kratzer im Spritzgießwerkzeug

So dürfen die Spritzgusswerkzeuge zur Formung der Kunststoffteile nicht den kleinsten Kratzer aufweisen. „Das würde man auf dem gefertigten Bauteil sofort sehen – vor allem bei der Farbgebung in Hochglanz-Schwarz“, erläutert Stefan Schlottbohm, Leiter des Werkzeugbaus bei Gigaset. Das Risiko von Kratzern bestand bisher vor allem beim Umrüsten und regelmäßigen Aufpolieren der stählernen Formeinsätze (Werkstoff: 1.2343 ESU).

Makelloser Hochglanz: Die Fertigungsqualität des Gigaset CL750 profitiert von der Beschichtung der Spritzgießwerkzeuge. © Oerlikon Balzers

Im Ernstfall bedeutete dies: Werkzeug herunternehmen, abkühlen, abrüsten, nachpolieren und wieder einbauen – eine Prozedur von mindestens sieben Stunden bis zu einer Woche, wenn das Werkzeug zur Aufarbeitung versandt werden musste.

Für die Hochleistungs-Produktion in Bocholt keine akzeptable Situation, denn Flexibilität und Liefertempo stehen immer an oberster Stelle: „Wir haben auftragsbedingt sehr kurze Reaktionszeiten. Bei Kundenbestellungen sollen 90 % der Ware bereits innerhalb von drei Tagen ausgeliefert werden“, sagt Stefan Schlottbohm.

Beschichtung, die in die Tiefe geht

So traf der Vorschlag des Beschichtungspartners Oerlikon Balzers buchstäblich ins Schwarze, bestimmte Formen einer speziellen Behandlung zu unterziehen. Denn das Verfahren Balitherm Primeform schlägt mehrere Fliegen mit einer Klappe: In einem plasmaunterstützten Prozess entsteht eine verschleiß- und kratzfeste Diffusionsschicht mit hoher Oberflächenhärte im Grundmaterial.

Gigaset produziert in hohen Stückzahlen bei kurzen Lieferfristen. © Oerlikon Balzers

Weil es dabei nicht um eine Schichtabscheidung geht, sondern um eine Tiefenbehandlung der Oberfläche, lässt sich das Werkzeug danach problemlos auf Hochglanz polieren. Dies verkürzt den Wartungsaufwand deutlich, denn die Formen müssen künftig weder zum Nachpolieren noch zur Wiederbeschichtung verschickt werden.

Auch die Entformbarkeit sowie das Einspritz- und Fließverhalten des Kunststoffs – hier ABS – verbessern sich. Dies begünstigt die Fertigung von Produkten mit kaum noch sichtbaren Bindenähten. Auch eine Verringerung der Zykluszeit kann sich Balitherm Primeform auf die Fahnen schreiben, denn zum Produktionsbeginn in Bocholt sorgt die Beschichtung bereits für eine Verbesserung von rund 10 %.

Behandelt wurden in einem ersten Projekt das Einfachwerkzeug zur Herstellung der Hochglanz-Ladeschale des Sculpture-Telefons sowie die beiden Zweifachwerkzeuge für die Abdeckung der Ladeschale und für die ebenfalls hochglänzende Oberschale des Mobilteils.

Unternehmensinformation

Oerlikon Balzers Coating Germany GmbH

Am Ockenheimer Graben 41
DE 55411 Bingen
Tel.: 06721 7930
Fax: 06721 2374

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