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13.12.2017

Kombination aus 3D-Druck und Feinguss

Entwicklung von Leichtbau-Flugzeugtüren

Sogeclair hat einen Weg gefunden, beim Bau von Flugzeugtüren 30 Prozent Gewicht zu sparen: Der französische Luftfahrtzulieferer setzt beim altbewährten Feinguss auf 3D-gedruckte PMMA-Modelle von voxeljet. Sie erlauben neue Freiheiten im Leichtbau-Design und lassen sich schnell und kostengünstig herstellen. Zu bestaunen war die Flugzeugtür der Zukunft erstmals auf der Pariser Luftfahrtshow 2017.

  •  © Voxeljet

    Fertiges Alu-Gussteil der Flugzeugtür von Sogeclair. © Voxeljet

  •  © Voxeljet

    Mit 3D-Druckern von voxeljet lassen sich Aluminium- und Titanbauteile mit materialsparenden Geometrien realisieren. © Voxeljet

  •  © Voxeljet

    Mit Metall überzogenes Plastikmodell der Flugzeugtür. So soll das Bauteil nach dem Feinguss aussehen.

  •  © Voxeljet

    Das 3D-gedruckte Modell der Flugzeugtür von der Seite. Gut zu erkennen ist das bionische Design, das zu einer Gewichtsersparnis von 30 Prozent geführt hat. © Voxeljet

  •  © Voxeljet

    Fertiges Modell aus dem 3D-Drucker: Der Druckkopf verklebt den Acrylkunststoff Polyethylmethacrylat (PMMA) in nur 150 Mikrometer dünnen Schichten. So entsteht das Bauteil Schicht für Schicht.

  •  © Voxeljet

    3D-Rendering der Flugzeugtür. © Voxeljet

  •  © Voxeljet

    Zu sehen war die Flugzeugtür der Zukunft erstmals auf der Pariser Luftfahrtshow 2017. © Voxeljet

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Um Flugzeuge treibstoffsparsamer zu machen, fordern immer mehr Hersteller von ihren Zulieferern Leichtbauteile. Ein Lösungsansatz: 3D-Drucker, mit denen sich aluminium- und titanlasergesinterte Bauteile mit materialsparenden Geometrien realisieren lassen. Das Manko: Die gedruckten Bauteile sind vergleichsweise teuer und eignen sich bislang nur für die Produktion kleiner Bauteile. Wie steht es aber um größere Bauteile wie Flugzeugtüren? „Hier bietet sich die Möglichkeit, den 3D-Druck mit dem bewährten Feinguss zu kombinieren“, sagt Thierry Herrero, Director Sales West Europe bei Voxeljet. Und zwar mit 3D-Druckern, die Feingussmodelle aus Kunststoff (PMMA) additiv drucken – ganz ohne teure Spezialwerkzeuge. „Somit verbindet sich das Beste zweier Welten: die geometrische Freiheit des 3D-Drucks und die Stabilität des Feingusses.“

PMMA-Modell aus dem 3D-Drucker macht Designänderungen einfach

Zu den Anwendern der 3D-gedruckten Gussformen zählt Sogeclair. Ein Forschungsprojekt des französischen Luftfahrtzulieferers beschäftigt sich mit futuristischen Flugzeugtüren, die dank eines raffinierten bionischen Geflechts aus Aluminium-Streben bei gleicher Robustheit deutlich weniger Material benötigen und somit 30 Prozent leichter sind. Ein solches Geflecht mit einer CAD-Software zu konstruieren, ist für die Aerospace-Experten kein Problem. Schwierig wird es hingegen bei der Fertigung im Feingussverfahren. „Gerade bei der Entwicklung von Prototypen müssen Unternehmen immer wieder Feinheiten ändern“, erklärt Herrero. „Es ist allerdings zeit- und kostenaufwendig, für jede Änderung mit Spezialwerkzeugen eine neue Gussform für den Feinguss zu fertigen.“ Die Lösung: das 3D-Drucksystem VX1000 von Voxeljet, das mit einem Bauraum von 1000 x 600 x 500 Millimetern zu den größten industriellen 3D-Drucksystemen für Feingussmodelle zählt. „Designänderungen lassen sich so direkt am Bildschirm realisieren.“

Auch feinste Strukturen lassen sich präzise drucken

Voxeljet nutzt die CAD-Datei der Flugzeugtür als Input für das 3D-Drucksystem. Dieses trägt Polymethylmethacrylat (PMMA) in Pulverform auf das Baufeld auf – in 150 Mikrometer dünnen Schichten. Der Druckkopf fährt anschließend über das Baufeld und verklebt dem digitalen Bauplan entsprechend punktuell das PMMA. Anschließend folgt eine frische Pulverschicht. Schicht für Schicht entsteht so das Feingussmodell. „Im Vergleich zu anderen additiv verarbeitbaren Materialien, wie beispielsweise Flüssigharzen in der Stereolithographie lässt sich das PMMA hervorragend ausbrennen. Grund hierfür ist vor allem der negative Ausdehnungskoeffizient unseres Pulvermaterials, was keinerlei Schalenbrüche beim Ausbrennen des dünnwandigen Modells mit sich brachte.“, sagt Herrero.

Ist das PMMA-Modell fertig gedruckt, wird es mit einem heißen Wachs infiltriert, um die Oberflächen zu versiegeln. Der nächste Arbeitsschritt erfolgt in der Gießerei. Mitarbeiter versehen das gedruckte Modell mit Keramikschichten und schmelzen das Modell in einem Ofen aus. Übrig bleibt eine Gussform aus Keramik, die anschließend mit flüssigem Aluminium gefüllt wird. Ist das Metall ausgehärtet, schlagen Mitarbeiter die Keramikschicht ab und legen die fertige Flugzeugtür frei.

zusätzliche Links
Unternehmensinformation

Voxeljet AG

Paul-Lenz-Straße 1a
DE 86316 Friedberg
Tel.: 0821 7483-0
Fax: 0821 7483-111

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