nach oben
Meine Merkliste
Ihre Merklisteneinträge speichern
Wenn Sie weitere Inhalte zu Ihrer Merkliste hinzufügen möchten, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, registrieren Sie sich bitte im Hanser Kundencenter.

» Sie haben schon ein Benutzerkonto? Melden Sie sich bitte hier an.
» Noch kein Benutzerkonto? Registrieren Sie sich bitte hier.
Ihre Merklisten
Wenn Sie Ihre Merklisten bei Ihrem nächsten Besuch wieder verwenden möchten, melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich im Hanser Kundencenter.
» Sie haben schon ein Benutzerkonto? Melden Sie sich bitte hier an.
» Noch kein Benutzerkonto? Registrieren Sie sich bitte hier.

« Zurück

Ihre Vorteile im Überblick

  • Ein Login für alle Hanser Fachportale
  • Individuelle Startseite und damit schneller Zugriff auf bevorzugte Inhalte
  • Exklusiver Zugriff auf ausgewählte Inhalte
  • Persönliche Merklisten über alle Hanser Fachportale
  • Zentrale Verwaltung Ihrer persönlichen Daten und Newsletter-Abonnements

Jetzt registrieren
Merken Gemerkt
12.06.2017

In Brikettform verdoppeln Alu-Späne ihren Wert

Formenbauer steigert mit einer RUF-Brikettierpresse seine Wirtschaftlichkeit

Mit der Einführung einer Ruf-Brikettierpresse hat die Keiels Formenbau GmbH aus Attenhausen ihre Betriebsabläufe erheblich vereinfacht und ihre Kosten massiv reduziert. Pro Stunde verpresst das Brikettiersystem 50 kg Aluminiumspäne, die beim Fräsen anfallen, zu festen Briketts. Im Vergleich zur Vermarktung der losen und nassen Späne verdoppelte das Unternehmen seine Erlöse durch den Verkauf der Aluminium-Briketts. So amortisierte sich die Presse in rund einem Jahr.

Peter (rechts) und Alexander Keiels © Keiels

Peter (rechts) und Alexander Keiels © Keiels

Peter und Alexander Keiels sind Formenbauer und Familienunternehmer mit Leib und Seele. In ihrem Unternehmen, der Keiels Formenbau GmbH, stellen Vater und Sohn mit ihren 18 Mitarbeitern Werkzeuge für die Verarbeitung von Partikelschäumen her, und das sehr erfolgreich: „Bei fast jedem deutschen Automobilhersteller kommen Zulieferteile in Transportverpackungen an, die mit unseren Werkzeugen hergestellt wurden“, nennt Peter Keiels die wichtigste Anwenderbranche.

Zwei Drittel des Ausgangsmaterials enden als feuchte Späne

Die Schäumwerkzeuge werden bei Keiels ausschließlich aus der Aluminiumlegierung AlMg4,5Mn aus dem Vollen gefräst. Ausgangspunkt ist ein Aluminiumhalbzeug. Fast zwei Drittel des Aluminiumblocks bleiben als voluminöse und nasse Späne zurück. Denn an ihnen haften noch Reste der als Kühlschmiermittel verwendeten Emulsion.

© Keiels

© Keiels


Diese Produktionsabfälle, beziehungsweise der Umgang damit, waren Vater und Sohn Keiels lange ein Dorn im Auge. Denn die Aufbewahrung der feuchten Späne erforderte wegen ihrer geringen Schüttdichte sehr viel Platz und verschmutzte den Boden der Fertigungsbereiche. Außerdem kostete der Abtransport wertvolle Arbeitszeit, die bei der eigentlichen Arbeit – dem Werkzeugbau – fehlte. Waren die Sammelbehälter weitgehend voll, musste mehrmals im Monat ein Termin zur Abholung vereinbart werden. Für das Verladen der Sammelbehälter musste zudem ein Mitarbeiter abgestellt werden, der dann von seiner normalen Tätigkeit auf den Gabelstapler wechselte.

Der Erlös für die Alu-Reste verdoppelte sich

Die RUF-Brikettierpresse in der Keiels-Halle © Keiels

Die RUF-Brikettierpresse in der Keiels-Halle © Keiels

„Würden wir das mit unserem heutigen Produktionsvolumen immer noch so handhaben, müssten die Späne zweimal pro Woche abgeholt werden. Dank der Brikettierpresse kommt der Altmetallhändler jetzt nur noch viermal im Jahr und nimmt jeweils auf einen Schlag etwa 15 Tonnen Aluminiumbriketts mit“, erläutert Alexander Keiels. Für die sortenreinen Briketts, die direkt in eine Alu-Hütte transportiert werden, erhält der Werkzeugbauer zudem pro Tonne etwa 1000 Euro – fast doppelt so viel wie zuvor für die losen Späne.


Das Pressen eliminiert die Feuchtigkeit

Als handliche Briketts verlassen die Späne die Presse © Keiels

Die Wertsteigerung resultiert aus zwei Effekten: Durch das Pressen werden die Späne fast komplett von den anhaftenden Resten des Kühlschmierstoffs befreit. Wenn die Späne die Fräsmaschinen verlassen, liegt ihre Restfeuchte bei rund 20 Prozent. Nach dem Komprimieren zu Briketts ist diese Restfeuchte weitgehend entfernt.

Da der Altmetallhändler die Briketts nun nur noch viermal im Jahr abholt, werden die Briketts in der Zwischenzeit wettergeschützt gelagert. In dieser Zeit reduziert sich die Restfeuchte sogar noch weiter. Analysen des Altmetallhändlers haben ergeben, dass die Briketts zum Zeitpunkt der Abholung lediglich noch 2 % Restfeuchte aufweisen. Hierdurch wird ein deutlich höherer Preis erzielt. Briketts lassen sich damit auch problemlos einschmelzen. Es werden Recyclingmöglichkeiten in Aluminiumhütten eröffnet, die für lose Späne nicht offen stehen.

Wachsendes Späneaufkommen gab den Kaufausschlag

Die Briketts werden zunächst gelagert und verlieren dadurch nochmals an Restfeuchte. © Keiels

Die Briketts werden zunächst gelagert und verlieren dadurch nochmals an Restfeuchte. © Keiels

Um diese Vorteile wussten die Formenbauer in Attenhausen schon lange. Doch erst als vor etwa drei Jahren klar war, dass die Menge auf jährlich mindestens 20 Tonnen Aluspäne ansteigen würde, wurde die Anschaffung einer Presse wirtschaftlich sinnvoll. Peter und Alexander Keiels ließen sich von einigen Herstellern Angebote erstellen und entschieden sich für eine gebrauchte RUF-Anbaupresse RAP 4/2400/60x60 mit einer Durchsatzleistung von zirka 50 kg/Std. Die Ziffern stehen für 4 kW elektrische Leistungsaufnahme, einen spezifischen Pressdruck von 2.400 kg/cm2 und einen Brikettquerschnitt von 60 x 60 mm. Damit liegt die bei Keiels eingesetzte Presse am unteren Ende der RUF-Leistungspalette, die bis zu 90 kW und, je nach Material, Durchsätzen bis zu fünf Tonnen pro Stunde reicht.

Die Presse arbeitet weitgehend automatisch

Warum fiel die Wahl auf RUF? „Wir hatten bei RUF nicht nur ein gutes Preis-Leistungsverhältnis ausgemacht, sondern hatten auch den besten Eindruck. RUF ist schließlich für seine führende Qualität bekannt“, erläutert Peter Keiels. Die Entscheidung erwies sich auch aus heutiger Sicht als richtig. „Die Anlage läuft und läuft und läuft problemlos, seit wir sie im Herbst 2014 aufgestellt haben“, berichtet der Unternehmer.

Der personelle Aufwand im alltäglichen Betrieb ist minimal. Ist einer der an jeder Fräsmaschine stehenden Sammelbehälter mit Spänen gefüllt, fährt ihn ein Mitarbeiter per Stapler zur Brikettpresse und entleert ihn in den Sammeltrichter. Eine dort installierte Lichtschranke löst den Start des Pressvorgangs aus. Geht der Spänevorrat im Trichter zur Neige, stoppt die Presse automatisch und wechselt in Bereitschaft. RUF-Pressen, die bei anderen Anwendern an automatische Sammel- und Fördersysteme für Späne angeschlossen sind, arbeiten auch mannlos rund um die Uhr. Lediglich die mit Briketts gefüllten Sammelbehälter müssen manuell gegen leere Behälter ausgetauscht werden.

Anschaffung amortisierte sich nach rund einem Jahr

Die Amortisationszeit war bei Keiels letztlich viel kürzer als erwartet. Bei einem Späneaufkommen von 20 Tonnen pro Jahr hatten die Firmeninhaber vorsichtig gerechnet und mit etwa drei Jahren kalkuliert. Da aber die Spänemengen massiv stiegen, machte die Anlage sich viel schneller bezahlt. Mit den 60 Tonnen, die 2016 brikettiert wurden, lag die Amortisationszeit bei knapp einem Jahr. In dieser Rechnung sind allerdings nur die gesteigerten Erlöse für die Aluminiumreste berücksichtigt.

Auch beim KSS kann gespart werden

Hinzu könnten künftig noch Einsparungen beim Kühlschmiermittel kommen: Die Reste der 5-prozentigen Emulsion mit Mineralöl werden beim Brikettieren aus den Alu-Resten herausgepresst, aufgefangen und von einer automatischen Pumpe in Sammelbehälter geleitet. Mit einer mobilen Filteranlage bereitet Keiels diese Emulsion wieder auf und speist sie erneut in den Maschinenkreislauf ein. So kommen zu dem Mehrerlös der Briketts auch noch Einsparungen bei der Emulsionsbeschaffung hinzu.

Weiterführende Information
  • 27.08.2014

    Ressourceneffizienz in der Produktion

    Die Neuauflage zeigt, wie Unternehmen ihre Ressourcen mit umweltschonenden Verfahren effizienter einsetzen können.   mehr

  • Die Verpackungskünstler
    04/2013, SEITE 36 - 39

    Die Verpackungskünstler

    Fräs-Bearbeitungszentren für die Produktion von Schäumwerkzeugen

    Polystyrol schützt und dämmt. Schäumwerkzeuge bringen die kleinen Kugeln in die richtige Form. Tara System setzt für deren Produktion vier...   mehr

Unternehmensinformation

Keiels Formenbau GmbH

Auf dem Bangert 6
DE 56370 Attenhausen
Tel.: 2604 9421-41
Fax: 2604 9421-42

RUF GmbH & Co. KG Brikettieranlagen

Hausener Str. 101
DE 86874 Zaisertshofen
Tel.: 08268 9090-42
Fax: 08268 9090-90

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren
Spritzgießformenbau

Zum Special

Favoriten der Leser
Special Prozesskette Zerspanung

Zum Special

Jobbörse für Fachkräfte

Täglich die neuesten Stellenangebote für Formenbauer und Werkzeugmacher aus ganz Deutschland


Zu den Stellenangeboten

Einstieg in den Werkzeug- und Formenbau 4.0

Zum Special

Newsletter

Sie wollen immer top-aktuell informiert sein? Dann abonnieren Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!

© masterzphotofo - Fotolia

Hier kostenlos anmelden

Beispiel-Newsletter ansehen