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20.07.2020

Effiziente Großteilbearbeitung

Samag-Maschinen bearbeiten Formaufbauten für den Werkzeugbau

Ein Tiefbohr- und Fräszentrum TFZ 4-2000 von Samag sorgt beim ungarischen Werkzeugbau-Zulieferer Büttner & Co. für die nötige Effizienz und Flexibilität bei der Großteilbearbeitung bis 25 Tonnen.

Werkzeugbaufirmen beauftragen oft externe Partnerfirmen mit der Herstellung von Formaufbauten, Werkzeugplatten oder Formrahmen und konzentrieren sich selbst auf das Kerngeschäft, die Herstellung des Werkzeugeinsatzes. Eine dieser Firmen ist Büttner & Co. Das Unternehmen aus dem ungarischen Nagyatád besteht seit 1992 und arbeitet für etwa 400 Werkzeugbaufirmen. Gründer und Geschäftsführer ist Dr. Thomas Büttner, Dipl.-Ing. der Fachrichtung Automatik. 2012 stieg Büttner in die Großbearbeitung von Werkstücken bis 25 Tonnen ein.

  • Die TFZ 4-2000 ist für den Großformenbau bis zu einer maximalen Bohrtiefe von 2000 mm mit einem Bohrdurchmesser bis 65 mm ausgelegt. (Bild: Zoltán Fábián, © Samag/Büttner)

    Die TFZ 4-2000 ist für den Großformenbau bis zu einer maximalen Bohrtiefe von 2000 mm mit einem Bohrdurchmesser bis 65 mm ausgelegt. (Bild: Zoltán Fábián, © Samag/Büttner)

  • Die Werkzeugüberwachung sowie die Kühlmitteldruck- und Kühlmittelzuflusskontrolle sorgen für reibungslose Prozessabläufe. Ein Späneförderer gewährleistet den problemlosen Abtransport der Späne. (Bild: Zoltán Fábián, © Samag/Büttner)

    Die Werkzeugüberwachung sowie die Kühlmitteldruck- und Kühlmittelzuflusskontrolle sorgen für reibungslose Prozessabläufe. Ein Späneförderer gewährleistet den problemlosen Abtransport der Späne. (Bild: Zoltán Fábián, © Samag/Büttner)

  • Werkzeugplatten enthalten viele Tieflochbohrungen. Daher ist eine geeignete und effiziente Fertigungstechnik wichtig. (Bild: Zoltán Fábián, © Samag/Büttner)

    Werkzeugplatten enthalten viele Tieflochbohrungen. Daher ist eine geeignete und effiziente Fertigungstechnik wichtig. (Bild: Zoltán Fábián, © Samag/Büttner)

  • Geschäftsführer Thomas Büttner (links) und Samag-Vertriebsleiter Wolfram Schubotz sind mit dem Projektverlauf und der Effizienz der Anlage im Prozess zufrieden. (Bild: Annedore Bose-Munde, © Samag/Büttner)

    Geschäftsführer Thomas Büttner (links) und Samag-Vertriebsleiter Wolfram Schubotz sind mit dem Projektverlauf und der Effizienz der Anlage im Prozess zufrieden. (Bild: Annedore Bose-Munde, © Samag/Büttner)

  • „Für die Großbearbeitung sind wir mit dem neuen Samag Tiefbohr- und Fräszentrum gut aufgestellt. Auf dieser Basis möchten wir zukünftig neue Potenziale in weiteren Branchen. . (Bild: Zoltán Fábián, © Samag/Büttner)

    „Für die Großbearbeitung sind wir mit dem neuen Samag Tiefbohr- und Fräszentrum gut aufgestellt. Auf dieser Basis möchten wir zukünftig neue Potenziale in weiteren Branchen. . (Bild: Zoltán Fábián, © Samag/Büttner)

  • Maschinenbediener József Kovács erläutert die Prozessteuerung. (Bild: Annedore Bose-Munde, © Samag/Büttner)

    Maschinenbediener József Kovács erläutert die Prozessteuerung. (Bild: Annedore Bose-Munde, © Samag/Büttner)

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Tieflochbohren, fräsen, erodieren – wirtschaftlich und termintreu

Als Zulieferer erhält Büttner die Konstruktionen und Zeichnungen von den Werkzeugbaufirmen, um auf dieser Basis die erforderlichen Formaufbauten herstellen zu können. Ein wichtiger Fertigungsschritt ist dabei das Tieflochbohren. Auch die Erzeugung das Fräsen und Erodieren gehören dazu.
„Bohren ist eine langsame Technologie. Und auch die anderen Fertigungsschritte kosten Zeit. Doch die Anlagentechnik ist teuer. Deshalb ist es wichtig, dass die Maschinen nicht nur leistungsfähig und effizient sind, sondern auch flexibel einsetzbar“, sagt Büttner. Und weiter: „So können letztendlich die Gesamtprozesse für die Werkzeugfertigung und somit auch die Lieferzeiten für den Endkunden verkürzt werden. Für den Werkzeugbauer zählen der Liefertermin, der Preis und die Qualität.“

Qualität und Service hatten beim Auswahlprozess für die Maschine Priorität

Bereits im Jahr 2017 war die Anschaffung eines neuen Bearbeitungszentrums angedacht. Für Thomas Büttner war es im Auswahlprozess wichtig, dass der Maschinenhersteller nicht nur sein Handwerk versteht, sondern dass auch eine vertrauensvolle Zusammenarbeit möglich ist. Schon 2009 hatte das Unternehmen eine erste Tiefbohrmaschine von Samag gekauft, zwei weitere folgten wenig später. „Ich bin überzeugt, dass das Preis-/ Leistungsverhältnis der Maschinen stimmt. Wir bekommen außerdem eine gute Unterstützung im Service-Bereich. Entweder können wir die Punkte über Fernwartung lösen oder ein Servicetechniker ist zeitnah vor Ort. Auch die technische Beratung oder die Beratung zu neuen Optionen ist gut“, betont er. Und so war dann der Maschinenhersteller aus dem thüringischen Saalfeld nach einigen Überlegungen gesetzt.

Warum es eine TFZ 4-2000 sein musste

Es folgte eine konstruktive Auseinandersetzung über die Bearbeitungsthematik und -dimensionen. „Wir hatten anfangs über eine TFZ 3L gesprochen. Die Intention bei Büttner war es ursprünglich, auf Werkzeuggewichte von 25 Tonnen zu orientieren. Das kann die Anlage leisten. Aber das ist eben auch das Maximalgewicht der Tischbeladung bei zentrischer Belastung“, sagt Samag-Vertriebsleiter Wolfram Schubotz.

In der Praxis ist dies jedoch nicht immer möglich, denn das Werkstück kann nicht in jedem Fall zentrisch aufgespannt werden, da die Masseverhältnisse nicht immer in der Mitte des Tisches liegen. Das größere Tiefbohr- und Fräszentrum, die TFZ 4-2000, bietet mit einem hydrostatischen Tisch und einem Maximalgewicht von 40 Tonnen mehr Sicherheit und auch mehr Flexibilität. Im Sommer 2018 fiel dann die finale Entscheidung für die Anschaffung einer TFZ 4-2000 und bereits im Frühjahr 2019 wurde sie installiert.

Passgenaue Tiefbohrtechnik

Die TFZ 4 ist für den Großformenbau bis zu einer maximalen Bohrtiefe von 2000 mm und im Standard mit einem Bohrdurchmesser bis 40 mm ausgelegt. Durch das leistungsstarke Schaltgetriebe werden 950 Nm Drehmoment für Bohrungen bis 65 mm Durchmesser beziehungsweise eine Fräsbearbeitung mit über 700 cm³/min Spanvolumen erreicht. Die Werkzeugüberwachung sowie die Kühlmitteldruck- und Kühlmittelzuflusskontrolle sorgen für reibungslose Prozessabläufe. Ein Späneförderer gewährleistet zudem den problemlosen Abtransport der Späne.

Fräsen und Bohren in einer Aufspannung und mehr

Beim Formenhersteller Büttner ist die Anlage nun seit einigen Monaten im Einsatz. Der Geschäftsführer ist mit der Investition zufrieden. „Die Samag-Maschinen sind meines Erachtens derzeit die modernsten Anlagen in diesem Segment. Sie zeichnen sich durch Effizienz und Flexibilität aus. Ein Beispiel ist die Schwenkung des Bohrbalkens um +/- 30°. Fräsen und Bohren ist in einer Aufspannung möglich und auch weitere Operationen wie beispielsweise Gewindesenkungen sind realisierbar“, erklärt er. „In einem Zug können wir zwei Meter Tieflochbohrungen herstellen. Von beiden Seiten angegangen sind das insgesamt vier Meter.“

„Nach anfänglicher Scheu sind die Bediener begeistert“

Hauptgrund für die Anschaffung genau dieser Anlage waren die Effizienz und die damit verbundenen Zeiteinsparungen sowie die möglichen Dimensionen der Bearbeitung. Der Tisch mit einer Fläche von 3000 mm x 2000 mm ist belastbar bis 40 Tonnen. Doch es gibt weitere Vorteile, die nun genutzt werden können. So können seit einem Jahr die Bohrbearbeitungen aus dem CAM heraus realisiert werden, ohne dass eine Papierzeichnung notwendig ist. Diese Option der Maschine wird über eine PC-Schnittstelle umgesetzt. Die Arbeitsvorbereitung wird durch die verschiedenen zur Verfügung stehenden Programme deutlich beschleunigt. Zudem ist weniger Papier nötig. „Nach anfänglicher Scheu sind die Bediener jetzt begeistert. Probleme beziehungsweise Fehler können vermieden werden und wir haben eine gute Kontrollmöglichkeit“, sagt Büttner.

Null-Fehler-Toleranz und Bedienerfreundlichkeit

Fest steht: Große Werkzeugplatten kosten sehr viel Geld. Und da kosten eben auch Fehler beim Tieflochbohren sehr viel Geld, denn Vieles kann nicht einfach repariert werden.
Die Anlagenkonstruktion sichert zudem für den Bediener eine optimale Zugänglichkeit und einen kurzen Abstand zwischen Schwenklager und Bearbeitungsstelle. Durch stabile Werkzeugführungen ist ein präzises Arbeiten gewährleistet, auch beim Auftreten von hohen Querkräften.

Auch Samag-Vertriebsleiter Wolfram Schubotz ist zufrieden: „Wir haben vertrauensvoll zusammengearbeitet. Es waren ein kompetentes Miteinander und Verlässlichkeit mit Blick auf die Detailabsprachen. Maschinen in dieser Dimension sind immer eine besondere Herausforderung.“

Lanfristiges Ziel: weitere Marktpotenziale erschließen

Die Firma Büttner beliefert Werkzeugbauer für den Automobilbau, für die Herstellung von Haushaltsgeräten und Medizintechnik, für den Kunststoffbereich und andere. Bearbeitet werden dabei legierte und unlegierte Stähle. Die Kompetenzen des Unternehmens sind gefragt. Etwa 70 Prozent werden für den Export gefertigt, überwiegend nach Deutschland, gefolgt von Österreich, der Schweiz, Slowenien und Italien.
„Wir machen keine Serienfertigung. Wir bekommen vom Kunden die Modelle oder Konstruktionszeichnungen, um dann daraus Einzelteile zu fertigen. Das setzt eine hohe Flexibilität voraus. Gerade für den Großbearbeitungsbereich sind wir mit dem neuen Samag Tiefbohr- und Fräszentrum jetzt gut aufgestellt. Auf dieser Basis möchten wir zukünftig auch neue Potenziale in weiteren Branchen erschließen, wie beispielsweise im Energiesektor oder Maschinenbau“, sagt Thomas Büttner.

Gut aufgestellt für die Zukunft

Büttner beschäftigt derzeit 279 Mitarbeiter und verfügt über eine Produktionsfläche von insgesamt 8000 m². Ein moderner Maschinenpark von 80 3- beziehungsweise 5-Achs CNC-Maschinen ist die technische Basis für eine qualitätsgerechte Auftragsausführung. Im Unternehmen werden CNC-Bediener, Techniker, Schlosser, Dreher und Fräser ausgebildet. Zudem wird eine duale Ingenieur-Ausbildung ermöglicht.
Auch an die Unternehmensnachfolge hat Dr. Thomas Büttner gedacht. In spätestens fünf Jahren möchte er das Unternehmen an seinen Sohn übergeben haben. Dieser, so ist sich der Geschäftsführer sicher, bringt als Dipl.-Ing. für Fertigungstechnologie und Maschinenbau mit internationalen Erfahrungen beste Voraussetzungen sowie neue Ideen und innovative Ansätze mit. Dass er selbst als Berater zur Seite stehen wird, ist selbstverständlich.

Autorin: Annedore Bose-Munde, Fachjournalistin für Technik und Wirtschaft, im Auftrag der Samag-Group. http://www.bose-munde.de/

Unternehmensinformation

Samag Saalfelder Werkzeugmaschinen GmbH

Hüttenstr. 21
DE 07318 Saalfeld
Tel.: 03671 585-0
Fax: 03671 585-402

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