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10.03.2020

Angewandte Industrie 4.0 im Werkzeugbau

CAD/CAM-Branchenlösung VISI bei Hoefer & Sohn

Der Spritzgießwerkzeugbauer Hoefer & Sohn arbeitet schon lange mit VISI. Seit kurzem ist auch eine Fräs- und Senkerodierzelle eng in den VISI-Workflow eingebunden. Der Clou: Über das Visi-Farbsystem werden jetzt auch die Messpunkte für die Elektroden automatisch gesetzt.

Die neue Fertigungszelle bei Hoefer & Sohn © Mecadat

Eine kreisförmig angeordnete Fertigungszelle stellt die jüngste Investition von Hoefer & Sohn aus Fürth dar. Der mittig installierte, leuchtendrote Knickarmroboter bildet das Bindeglied zwischen dem fünfachsigen Bearbeitungszentrum von Röders – das sowohl zum Grafitfräsen als auch zur Hartbearbeitung dient –, den drei Senkerodiermaschinen, dem Koordinatenmessplatz, der Palettenübergabestation sowie dem Rundmagazin mit den rotierenden Lagerplätzen. „Wir setzen in diesem Bereich schon seit vielen Jahren auf automatisierten Mannlosbetrieb. Automatisierung ist für uns also kein Neuland mehr”, erklärt Werkzeugbauleiter Thomas Schielein. „Unser Maßstab ist es, bei gleichbleibend hohem Qualitätsniveau bzgl. Durchlaufzeiten und Fertigungskosten immer besser zu werden und dies als kontinuierlichen Prozess zu definieren. Entscheidend ist für uns, dass die Zelle lückenlos in den CAD- und CAM-Workflow integriert ist.“

Sechs VISI-Arbeitsplätze im Werkzeugbau

Elektrodenkonstruktion mit VISI-Elektrode. Zu sehen sind die eingefärbten Flächen, wobei zum Beispiel Türkis den Preset-Punkt definiert. © Mecadat

Hier vertraut Hoefer bereits seit 2002 der speziell auf den Werkzeug- und Formenbau abgestimmten Produktfamilie VISI. Der Werkzeugbau bildet mit VISI heute einen großen Teil seines Workflows ab, angefangen von der Schnellkonzepterstellung in der Angebotsphase über die Werkzeug- und Elektrodenkonstruktion, bis hin zu den NC-Programmen für die Fräs- und Drahterodiermaschinen. Aktuell ist VISI in Fürth mit diversen Modulen an insgesamt sechs Arbeitsplätzen installiert. Hinzu kommen noch die Lizenzen für den VISI Viewer.


Was Hoefer an VISI schätzt

Für Hoefer stellt es einen Riesenvorteil dar, dass VISI als modulares Komplettsystem durchgängig mit demselben 3D-Datenmodell arbeitet. Die CAD/CAM-Lösung überzeugt zudem mit ihren zahlreichen branchenspezifischen Funktionen. So zum Beispiel das Modul Mould, mit dem ein weitgehend automatisierter Werkzeugaufbau rund um den fertigen Kern möglich ist. Ebenso die Bauteilbibliothek oder das Modul VISI Analyse Split, mit dem sich der Kunststoffartikel schnell auf Entformbarkeit analysieren lässt. Sehr positiv bewerten die Franken auch die wirklich guten Importfunktionen, die VISI in Form diverser Schnittstellen mitbringt. Das selbsterklärende Bedienkonzept von VISI hat Hoefer auch die Entscheidung leicht gemacht, dass der NC-Programmierer ebenfalls die Elektroden konstruiert. VISI Machining beliefert die fünfachsige Röders mit den benötigten NC-Daten, ebenso die Heidenhain-CNCs der drei dreiachsigen Fräszentren. Die NC-Programme für die beiden Drahterodiermaschinen werden ebenfalls mit VISI programmiert, und zwar mit dem Modul Peps Wire.

VISI für die Fertigungszelle

4-fach Umspritzwerkzeug mit Wechselmagazin und Schiebern in Auswerfer- und Düsenseite für die Automobilindustrie © Hoefer & Sohn

Die Fertigungszelle ist in Fürth besonders eng mit VISI verzahnt. Im Mittelpunkt steht dabei die vom Schweizer Automatisierungsspezialisten PCam entwickelte Zellensoftware, die alles koordiniert. Wie üblich steht am Anfang des CAM-Workflows für den Senkerodierbereich (EDM) auch bei Hoefer die Elektrodenkonstruktion. Obwohl sich mit VISI Standardelektroden mit einfacheren Konturen weitgehend automatisch erzeugen lassen, wird vorwiegend manuell konstruiert, was mit VISI so schnell von der Hand geht, dass der Mehraufwand kaum zu bemerken ist. Gut ist außerdem, dass VISI Elektrode über die Elektrodenkonstruktion hinaus auch die Verwaltung der nachgelagerten Prozesse deutlich vereinfacht. Die Datei wird im Step-Format mit allen hineingelegten Informationen an die Zellensoftware exportiert. Im Elektrodenmodul wird das VISI-Farbensystem genutzt, zum Beispiel am Rahmen oder an der Erodierfläche. Diese Farben werden über Step dann von der Zellensoftware automatisch erkannt, die daraus wiederum komplett selbstständig das Messprogramm für das Zeiss-Koordinatenmessgerät generiert. Das Farbsystem definiert zum Beispiel die Oberflächenstruktur oder den Preset-Rahmen. Die PCam-Software erkennt so auch, wo sich der Nullpunkt befindet und setzt automatisch einen Messpunkt. Wenn das KMG Werte misst, die außerhalb der Toleranz liegen, wird die Elektrode automatisch als unbrauchbar deklariert. Das Fräsprogramm für die Elektroden stellt übrigens VISI Machining bereit.

„Ein wirklich durchgängiges 3D-System“

Mit der neuen Automatisierungslösung kann Hoefer heute – ohne manuell Messpunkte setzen zu müssen – die Elektrode automatisch gegen das CAD-Modell messen, egal wie die Fläche aussieht und wo sie liegt, ohne zusätzliche Programmerstellung, was für sie einen Meilenstein darstellt. „Mit VISI haben wir ein wirklich durchgängiges 3D-System im Einsatz, das über alle Module hinweg über dasselbe, genial einfache Bedienkonzept verfügt. So kann ein Kollege, der normalerweise für die Fräsprogramme zuständig ist, bei einem Engpass auch mal beim Draht-Programmieren mit VISI Peps Wire aushelfen“, zieht Schielein ein positives Fazit. „Aber auch wie schnell man mit VISI zur fertigen Konstruktion gelangt, beeindruckt uns.“

Weiterführende Information
  • Saubere Sache
    FORM + Werkzeug 05/2019, SEITE 22 - 24

    Saubere Sache

    Normalien für den Formenbau

    Hoefer & Sohn produziert kleine, präzise technische Kunststoffbauteile – zum Teil im Reinraum. Bei der Produktion der dafür nötigen...   mehr

    Diesen Artikel bieten wir Ihnen mit freundlicher Unterstützung der FORM-Werkzeug-Redaktion kostenlos als PDF-Datei zum Download an.

Unternehmensinformation

Hoefer & Sohn GmbH Kunststoffverarbeitung/ Präzisionsformenbau

Balbiererstr. 30
DE 90763 Fürth
Tel.: 0911 97056-0

Mecadat AG

Hagenaustr. 5
DE 85416 Langenbach
Tel.: 08761 7620-0
Fax: 08761 7620-90

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