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02.07.2020

VDWF lädt zur Spätschicht „Notte Italiana“

Zu Gast beim italienischen Werkzeug- und Formenbau

Rund 60 Werkzeugmacher*innen trafen sich Anfang Juli zur VDWF-Online-Spätschicht „Notte Italiana“. Im Mittelpunkt standen italienische Werkzeugmacher und Zulieferer, die in einer Podiumsdiskussion u.a. berichteten, wie es sich anfühlt, während des Lockdowns die Produktion acht Wochen komplett schließen zu müssen. Genügend Diskussionsstoff für die Verbandsmitglieder, wie es jetzt weitergeht – und wie sich der europäische Werkzeugbau in Zukunft positioniert. Und wieder mal ein Event, das beweist, dass Netzwerken auch am Monitor möglich ist.

Alle Teilnehmer erhielten vorab ein Care-Paket mit italienischen Spezialitäten übersandt. Die Sponsoren des Abends hatten Gelegenheit für eine kurze Firmenpräsentation – gleichzeitig lernten die Teilnehmer aber auch viel über Parmesan (ein Laib wird aus 538 l Kuhmilch hergestellt, und bitte: NIE schneiden, immer brechen!), weißen Merlot oder süße Delikatessen wie Amerettini oder Baci di Dama. In unserer Bildergalerie haben wir Eindrücke des Abends festgehalten – kombiniert mit Bildern aus unserem Form+Werkzeug-Vor-Ort-Archiv:

Tuschierpressen, Formenbau und Prosecco

  • Rund 60 Teilnehmer loggten sich zur italienischen VDWF-Spätschicht ein. © Hanser/Schröder

  • Millutensil-Geschäftsführerin Dr. Beatrice Just (hier bei einem Besuch in Mailand im Juli 2019) hatte die Initiative zur "Notte Italiania" ergriffen. © Hanser/Schröder

  • Millutensil fertigt u.a. Tuschierpressen für Großwerkzeuge. Hier beim Anwender Sanvito & Somaschini. © Hanser/Schröder

  • Die Form+Werkzeug-Redaktion besuchte vergangenen Sommer einige italienische Formenbauer und Millutensilkunden. © Hanser/Schröder

  • Hier zu Besuch bei Giladorni Flavio: Ein Druckgusswerkzeug wird auf einer MIL 306 für einen Funktionstest vorbereitet. © Hanser/Schröder

  • Die Werkzeuge lassen sich auf den Pressen nach Belieben drehen und wenden: Hier ein Blick in die Presse bei Giladorni. © Hanser/Schröder

  • Rund 60 Werkzeugmacher*innen nahmen am Abend teil: vom VDWF gut ausgestattet für den Blick durch die rosa Brille. © Hanser/Schröder

  • Empfang in der neuen Produktionshalle von FCS System. FCS wurde 2003 vom Inhaber des Elmann Formenbaus gegründet… © Hanser/Schröder

    2018 besuchte der "VDWF auf Tour" u.a. die neue Produktionshalle von FCS System. FCS wurde 2003 vom Inhaber des Elmann Formenbaus gegründet: Almerino Canuti. © Hanser/Schröder

  • Dieses Foto von Jürgen Pfleghar und Almerino Canuti, dem Chef von Elmann und FCS, entstand bei einem Besuch der VDWF-voll-wild-Truppe im Jahr 2018. © Hanser/Schröder

    Dieses Foto des mittlerweile leider verstorbenen Jürgen Pfleghar (links) und Almerino Canuti, dem Chef von Elmann und FCS, entstand beim Besuch der VDWF-voll-wild-Truppe im Jahr 2018. © Hanser/Schröder

  • Eine Zeichnung von Almerino Canuto, der seine Ideen gerne in Bildern darstellt. © FCS

    Eine Zeichnung von Almerino Canuto, der seine Ideen gerne in Bildern darstellt. © FCS

  • Blick in den Elmann Formenbau, der sich auf die Produktion von Spritzgießwerkzeugen für Pkw-Scheinwerfer spezialisiert hat. © Elmann

    Blick in den Elmann Formenbau, der sich auf die Produktion von Spritzgießwerkzeugen für Pkw-Scheinwerfer spezialisiert hat. © Elmann

  • Elmann stand schon immer vor der Herausforderung, große Werkstücke zu handeln. Um Rüstzeiten zu optimieren, entwickelte Almerino Canuto ein eigenes Spannsystem… © Elmann

    Elmann stand schon immer vor der Herausforderung, große Werkstücke zu handeln. Um Rüstzeiten zu optimieren, entwickelte Almerino Canuto ein eigenes Spannsystem… © Elmann

  • Mit FCS entwickelte er ein System, mit dem sich Werkstücke aller Geometrien spannen lassen…  © Elmann

    Mit FCS entwickelte er ein System, mit dem sich Werkstücke aller Geometrien spannen lassen… © Elmann

  • Mit FCS entwickelte er ein System, mit dem sich Werkstücke aller Geometrien spannen lassen…  © Elmann

    Ein weiteres Anwendungsbeispiel des FCS-Systems. © Elmann

  • Die Palettensysteme sind laut FCS mit jeder Maschine kompatibel und handeln Werkstücke mit einem Gewicht zwischen 350 kg und 10 t. © FCS

    Die Palettensysteme sind laut FCS mit jeder Maschine kompatibel und handeln Werkstücke mit einem Gewicht zwischen 350 kg und 10 t. © FCS

  • Blick in den völlig automatisierten Elmann Formenbau. © Elmann

    Blick in den völlig automatisierten Elmann Formenbau. © Elmann

  • Die salzigen Giambonetti lassen sich hervorragend mit gut gekühltem Rosé runterspülen... Dieser Gang wurde präsentiert von HRS flow. © Hanser/Schröder

  • Ende 2018 besichtigen VDWF-Mitglieder bei einer voll-wild-Tour den italienischen Stammsitz von HRSflow. © Hanser/Schröder

  • Die Gruppe beschäftigt 140 Konstrukteure weltweit. HIer ein Blick ins Konstruktionsbüro in San Polo di Piave. © Hanser/Schröder

    Die Gruppe, zu der auch INglass gehört, beschäftigt 140 Konstrukteure weltweit. HIer ein Blick ins Konstruktionsbüro in San Polo di Piave. © Hanser/Schröder

  • Betriebsrundgang bei den Heißkanalexperten von HRSflow. © Hanser/Schröder

    Betriebsrundgang bei den Heißkanalexperten von HRSflow. © Hanser/Schröder

  • Betriebsrundgang bei den Heißkanalexperten von HRSflow. © Hanser/Schröder

    Betriebsrundgang bei den Heißkanalexperten von HRSflow. © Hanser/Schröder

  • Betriebsrundgang bei den Heißkanalexperten von HRSflow. © Hanser/Schröder

    Betriebsrundgang bei den Heißkanalexperten von HRSflow. © Hanser/Schröder

  • Betriebsrundgang bei den Heißkanalexperten von HRSflow. © Hanser/Schröder

    Betriebsrundgang bei den Heißkanalexperten von HRSflow. © Hanser/Schröder

  • So sieht ein Professor im Homeoffice aus: Prof. Dr. Thomas Seul, Präsident des VDWF und Professor an der Hochschule Schmalkalden, diskutierte mit den italienischen Werkzeugmachern über die aktuelle Lage. © Hanser/Schröder

  • Die gleiche Reise führte auch zum Engl-Werkzeugbau in Südtirol. © Hanser/Schröder

    Auch beim Engl-Werkzeugbau in Südtirol war der Verband schon zu Besuch. © Hanser/Schröder

  • Johannes Engl führt das Unternehmen in neunter Generation. © Hanser/Schröder

    Johannes Engl führt das Unternehmen in neunter Generation. © Hanser/Schröder

  • Johannes Engl erklärt seine Automationslinie… © Hanser/Schröder

    Beim Rundgang erklärt Johannes Engl seine Automationslinie… © Hanser/Schröder

  • Die Engl Automationslinie umfasst zwei 5-Achs-Fräszentren… © Hanser/Schröder

    Die Engl Automationslinie umfasst zwei 5-Achs-Fräszentren… © Hanser/Schröder

  • … einen Roboter auf Schienen, sowie eine Senkerodier-, Mess- und Waschmaschine. © Hanser/Schröder

    … einen Roboter auf Schienen, sowie eine Senkerodier-, Mess- und Waschmaschine. © Hanser/Schröder

  • Ein Standbein von Engl ist der Lehrenbau. Die Lehren werden oft von Azubis gefertigt. © Hanser/Schröder

    Ein Standbein von Engl ist der Lehrenbau. Die Lehren werden oft von Azubis gefertigt. © Hanser/Schröder

  • Beispielartikel von Engl. © Engl

    Beispielartikel von Engl. © Engl

  • Beispielwerkzeug von Engl. © Engl

    Beispielwerkzeug von Engl. © Engl

  • Spritzgießwerkzeug bei Engl. © Hanser/Schröder

    Spritzgießwerkzeug bei Engl. © Hanser/Schröder

  • In der Produktionshalle des Engl Werkzeugbaus. © Hanser/Schröder

    In der Produktionshalle des Engl Werkzeugbaus. © Hanser/Schröder

  • Die knackigen Cantuccini taucht man am besten vor Genuss in einen Dessertwein ein... © Hanser/Schröder

  • In der Formenbauhalle von Hoefer & Sohn in Franken (die ich im Rahmen einer Reportage im Herbst 2019 besuchen konnte) steht eine Fertigungszelle für die Elektrodenfertigung inkl. HSC-Fräsen, Senkerodieren udn Messen. © Hanser/Schröder

    In der Formenbauhalle von Hoefer & Sohn in Franken steht eine Fertigungszelle für die Elektrodenfertigung inkl. HSC-Fräsen, Senkerodieren und Messen. Das Foto entstand bei einer Reportage im Herbst 2019. © Hanser/Schröder

  • Die Automation der Zelle stammt von PCam.© Hanser/Schröder

    Die Automation der Zelle stammt von PCam - ebenfalls ein Sponsor der "Notte Italiana".© Hanser/Schröder

  • Die Automation der Zelle stammt von PCam.© Hanser/Schröder

    Die futuristische Fertigungszelle verknüpft fünf Maschinen und einen Roboter...© Hanser/Schröder

  • Die Automation der Zelle stammt von PCam.© Hanser/Schröder

    ... und sorgt 24/7 für höchste Genauigkeit und Datendurchgängigkeit. © Hanser/Schröder

  • Ja, liebe Leser*in - so macht das Homeoffice Spaß! Hier der Arbeitsplatz der Redakteurin, die in diesem Fall bis 23 Uhr gerne eine Nachtschicht einlegte... © Hanser/Schröder

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Diskussionsrunde zur aktuellen Situation im italienischen Werkzeugbau

Nicht nur die Corona-Statistiken mit Infizierten und Toten fielen in Italien deutlich härter aus als in Deutschland: auch der Lockdown traf die Betriebe deutlich härter. Und zwar ohne staatliche Hilfen.

Fausto Romagnani von Romagnani Stampi berichtete, dass sein Produktionsbetrieb während des Lockdowns acht Wochen schließen musste. Ein bisschen Konstruktion, ein bisschen Kundenkontakte konnte man im Homeoffice aufrechterhalten… Aber langsam startet man wieder durch.

Lino Pastore von Giurgola Stampi musste seinen Betrieb für vier Wochen komplett schließen. „Wir haben versucht, alles zu machen, was aus der Ferne ging“, berichtet der Geschäftsführer. Letztendlich durfte man dann den Betrieb wieder aufnehmen, weil Giurgola Stampi für die Medizinbranche tätig ist – und somit systemrelevant wurde.

Auch die Produktion von Johannes Engl vom Engl Werkzeugbau in Bozen stand für einige Zeit still. „Wir gehörten schließlich auch zu einer Lieferantenkette, die als systemrelevant eingestuft wurde. Dadurch konnten wir dann – auch wenn anfangs mit 20 % der Mitarbeiter – wieder starten.“

Giovanni Corti vom italienischen Werkzeug- und Formenbauverband UCISAP berichtet über eine sehr schwankende Auftragslage – je nach Kundenbranche. Leichter haben es Betriebe im Lebensmittel- und Medizinbereich, der Bereich Automotive tut sich schwer. Es gebe Betriebe, die seit Wochen nicht eine einzige Anfrage bekommen haben.

Der Blick in die Glaskugel: wie geht’s jetzt weiter?

So recht wagt keiner der italienischen Kollegen eine Prognose. Fausto Romagnani: „Das ist wie im Nebel autofahren. Man kann nicht sehen, wann die nächste Kurve kommt.“

Fausto Romagnani: „Wir sind jetzt wieder zurück, es geht weiter!“ Giovanni Corti: „Es ist jetzt Zeit fürs Organisieren und Umstrukturieren.“ Lino Pastore: „Wir sind so froh, keiner von uns war schwer krank. Das ist wie nach dem Krieg: Es macht Mühe, aber wir werden wieder aufstehen. Wir haben keine Sorgen, weil wir glauben, dass wir in Europa führend sind mit unseren Technologien.“

Statement der Redaktion: Uns haben alle Diskussionsteilnehmer mit ihrer Offenheit – und vor allem mit ihrer „Glas-halbvoll-Mentalität“ begeistert! Da könnte sich so manch einer eine Scheibe abschneiden, findet die Form+Werkzeug-Redaktion.

Nadelverschlusssysteme und Automatisierung auf höchstem Niveau

Für das fachliche – und kulinarische Programm sorgten die Sponsoren der Veranstaltung:
Stephan Berz von HRS Inglass verkostete und informierte über Prosecco und Parmesan. HRS steckt u.a. hinter der Flexflow-Technologie für servo-elektrisch angetriebene Nadelverschlusssysteme, die im Kaskadenspritzguss eingesetzt wird und seit Anfang 2020 am Markt ist. Ihre Stärken spielt sie besonders in Familienwerkzeugen und beim Hinterspritzen von Folien aus.

Der gelernte Werkzeugmacher Dieter Mrochen, heute für den Vertrieb bei PCam zuständig, servierte weißen Merlot und berichtete dabei über Anwendungsmöglichkeiten seiner Produkte im Bereich der industriellen Automatisierung. Bei Hoefer & Sohn ist ein PCam-System im Einsatz : Fünf in einer Roboterzelle verknüpfte Maschinen arbeiten dort im Formenbau 24/7 mit höchster Genauigkeit und Datendurchgängigkeit.

Das Team um Oliver Koschitz von Pfleghar empfahl, die Giambonetti-Knabbereien mit Rosé hinunterzuspülen… Nebenbei wurde über das von Pfleghar vertriebene FCS-Spannsystem berichtet, u.a. im italienischen Elmann Werkzeugbau.

Das Beste zum Schluss: Dr. Beatrice Just, Geschäftsführerin von Millutensil gab den Teilnehmern den Tipp, die bekanntlich etwas trockenen Cantuccini in den Vino Moscato-Dessertwein zu tauchen… Millutensil feiert nächstes Jahr sein 65-jähriges Jubiläum auf der EMO in Mailand. Im vergangenen Jahr besuchte die Form+Werkzeug das Stammhaus des Pressenherstellers und einige Kunden: Mehr Infos gibt’s im Bericht Mehr als Tuschieren .

Vor der Sommerpause findet am 16. Juli 2020 die „Schwäbische Spätschicht“ statt. Neben Linsen & Spätzle stehen spannende Einblicke der Moulding Expo, Proplas, Ackermann-CNC, Formenbau Rapp, Kind-Tec und einige weitere Überraschungen auf der Agenda.

Weiterführende Information
Unternehmensinformation

VDWF Verband Deutscher Werkzeug- und Formenbauer e.V.

Gerberwiesen 3
DE 88477 Schwendi

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