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05.02.2018

VDW-Jahrespressekonferenz 2018: Die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie in Zahlen

Nach einem Produktionsrekord in 2017 erwartet der Verband für 2018 ein weiteres Produktionsplus

Dr. Heinz-Jürgen Prokop, Vorsitzender des VDW © VDW

Dr. Heinz-Jürgen Prokop, Vorsitzender des VDW © VDW

„Die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie stellt einen Produktionsrekord nach dem anderen auf.“ Mit dieser guten Nachricht eröffnet Dr. Heinz-Jürgen Prokop, Vorsitzender des VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) die Jahrespressekonferenz des Verbands am 5. Februar 2018 in Frankfurt/Main.

2017 konnte die Branche 4 Prozent zulegen und wird damit nach vorläufigen Ergebnissen ein Volumen von rund 15,7 Mrd. Euro realisieren. Für 2018 erwartet der VDW ein weiteres Produktionsplus von 5 Prozent.

Amerika bei den Exporten in der Spitzenposition

© 123RF.com/convisum

© 123RF.com/convisum

Einmal mehr war der Export Treiber der Entwicklung. 71 Prozent der deutschen Werkzeugmaschinen wurden im Ausland verkauft. Die Ausfuhren zogen um 8 Prozent auf 10,1 Mrd. Euro an, ohne Reparaturen und Instandhaltung. Der Inlandsabsatz schrumpfte im gleichen Zeitraum um 3 Prozent.

Zugpferd für die deutschen Ausfuhren war Amerika mit einem Fünftel Anstieg. Weit überproportional legten Brasilien und Mexiko zu. Erfreulich entwickelte sich auch der zweitwichtigste Werkzeugmaschinenmarkt USA, der sich mit ebenfalls einem Fünftel Zuwachs exakt auf Linie bewegt. „Demnach investiert die US-amerikanische Wirtschaft und wir als Ausrüster für die Industrie partizipieren davon“, sagt Prokop.

Die deutschen Ausfuhren nach Asien haben sich im vergangenen Jahr eindrucksvoll erholt. Das ist in erster Linie dem Leitmarkt China zu verdanken, wo die angesprungene Nachfrage für einen Exportzuwachs von nahezu einem Fünftel sorgte.

Das gute Umfeld wirkte sich sehr positiv auf die Beschäftigung aus. Sie lag im Dezember bei fast 72.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und damit 2,7 Prozent über Vorjahr. Damit wurde die Beschäftigung seit dem Tiefstand 2010 nach der Finanz- und Wirtschaftskrise um fast 20 Prozent aufgebaut.

Deutschland nach China auf Rang 2 im Weltmarkt

© Fotolia.com/Stephan Siedler

© Fotolia.com/Stephan Siedler

Deutschland gehört zu den Top-Anbietern von Werkzeugmaschinen in der Welt. Dies hat sich auch 2017 wieder bestätigt. In der Produktion belegten die deutschen Hersteller nach Schätzungen Platz 2 der wichtigsten Produzenten, nach China und vor Japan. „Hier gilt jedoch Klasse statt Masse“, relativiert Prokop den zweiten Platz der deutschen Anbieter. China produziere vielfach Low Tech in großen Stückzahlen für den heimischen Markt und für Entwicklungsländer. Das belegt der Durchschnittspreis einer chinesischen NC-gesteuerten Maschine von 39.000 Euro im Vergleich zu 322.000 Euro für eine deutsche NC-Maschine.

VDW-Prognose: 2018 knacken deutsche Hersteller 16 Mrd. Euro-Marke

© Fotolia.com/dinostock

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Für 2018 beurteilt der VDW die Aussichten sehr gut. „Zum einen wächst die Weltwirtschaft kräftig, zum anderen soll der internationale Werkzeugmaschinenverbrauch um 3,6 Prozent zulegen“, erläutert Prokop. Das sei vor allem Europa zu verdanken. Amerika lege ebenfalls kräftig zu, während sich die Dynamik in Asien aufgrund des hohen Zuwachses 2017 wieder etwas abschwäche.

Erst nach der EMO schnellten die Auftragseingänge in die Höhe

Interessant ist ein Blick auf die einzelnen Monate des Jahres: „Sanken die Aufträge im ersten Halbjahr insbesondere im Inland noch zweistellig, löste sich im zweiten Halbjahr der Knoten“, sagt VDW-Vorsitzender Prokop. Nach der EMO 2017 in Hannover schnellten die Inlandsaufträge mit plus 41 Prozent im Oktober, plus 67 Prozent im November und zuletzt plus 37 Prozent im Dezember nach oben.

Fachkräftemangel - eine der größten Herausforderungen auch für die Werkzeugmaschinenindustrie

© Fotolia.com/contrastwerkstatt

© Fotolia.com/contrastwerkstatt

Florierende Konjunktur und gute Aussichten sollten jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Branche vor vielen Herausforderungen steht. Um die prognostizierte Produktion realisieren zu können, müssen die Firmen alle Kapazitäten mobilisieren. Dem stehen vielfach Personalengpässe gegenüber. In bestimmten Berufen und vor allem in ländlichen Regionen ist der Fachkräftemarkt leergefegt. „Der rein zahlenmäßige Engpass an Fachkräften treibt nach unseren Beobachtungen die Automatisierung voran“, berichtet Prokop.

Tatsächlich geht es jedoch um die Qualifikation der Mitarbeiter. Die Branche muss den Wandel hin zu Digitalisierung und Vernetzung im Zusammenhang mit Industrie 4.0 bewältigen, neue Geschäftsmodelle entwickeln und die eigene Produktion umstellen. Nicht weniger, sondern mehr und anders qualifizierte Mitarbeiter sind gefragt. „Der Fachkräftemangel kombiniert mit weiterer Arbeitszeitverkürzung, wie derzeit von der Gewerkschaft gefordert, könnte die positive Gesamtentwicklung der Branche endgültig torpedieren“, gibt Prokop zu bedenken.

Elektromobilität bietet Chancen für die Werkzeugmaschinenindustrie

© iStock.com/Firstsignal

© iStock.com/Firstsignal

Damit sich der stetige Aufschwung der vergangenen Jahre fortschreiben lässt, muss die Werkzeugmaschinenindustrie am Ball bleiben. Insbesondere für die vielen mittelständischen Firmen, deren größter Kunde die Automobiliindustrie und ihre Zulieferer sind und die sich mit ihrem Angebot voll auf sie eingestellt haben, ist der Wandel zur Elektromobilität eine große Herausforderung. Denn die Elektromobilität treibt die Anforderungen an hochpräzise Produktionstechnik in die Höhe. „Allein deshalb behält die Werkzeugmaschine auch künftig ihre hohe Bedeutung im Fertigungsprozess der Automobilindustrie bei, wenn der Wandel hin zu umweltfreundlicherer Mobilität gelingen soll“, resümiert Prokop.

Der VDMA legt zum Thema Elektromobilität in Kürze eine neue, detaillierte Studie vor, an der auch der VDW maßgeblich beteiligt ist.

Weiterführende Information
  • 17.01.2018

    VDMA Pressekonferenz 2018

    Präzisionswerkzeugbaubranche wächst 2017 um rund 7 Prozent

    Der Werkzeugbau ist am Umsatzplus mit rund 5 Prozent Wachstum beteiligt. Für 2018 hält der Fachverband eine Umsatzsteigerung von drei Prozent für realistisch. Wachstumschancen erwartet man am ehesten am chinesischen Markt.   mehr

  • Die Welt des Werkzeugbaus
    FORM + Werkzeug 05/2017, SEITE 50 - 52

    Die Welt des Werkzeugbaus

    Studie über die internationalen Werkzeugbaumärkte

    Wer ausländische Werkzeugmacher einzig als ‚lästigen Wettbewerb‘ ansieht, macht es sich zu einfach. Werkzeuge werden an allen...   mehr

    Diesen Artikel bieten wir Ihnen mit freundlicher Unterstützung der Redaktion Form+Werkzeug kostenlos als PDF-Datei zum Download an.

  • 07.02.2017

    Deutsche Werkzeugmaschinenindustrie: Fit für die Zukunft

    VDW erwartet 2017 3 Prozent Produktionszuwachs

    Einschätzungen des Vereins Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken anlässlich der Jahrespresskonferenz 2017.   mehr

Unternehmensinformation

VDW Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken e.V.

Corneliusstraße 4
DE 60325 Frankfurt
Tel.: 069 756081-0
Fax: 069 75608111741-1574

August 2018

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