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21.01.2020

VDMA-Pressekonferenz 2020: Umsatz-Prognose minus 7 %

Umsatzrückgang, Kurzarbeit: Ist ein Licht am Ende des Tunnels in Sicht?

Am 15. Januar lud der VDMA zum traditionellen Jahresauftakt nach Frankfurt ein. Im Rahmen einer Pressekonferenz präsentierte der Verband Zahlen, Daten und Fakten des Vorjahrs, benannte die Gründe für die aktuell schwierige Lage der Branche und traf eine Vorhersage für 2020 - getrennt für die Teilbranchen Werkzeugbau, Zerspanungswerkzeuge und Spannmittel.

  • Zum Jahresauftakt lädt der VDMA Präzisionswerkzeuge zur Pressekonferenz nach Frankfurt. © Hanser/Schröder

    Zum Jahresauftakt lädt der VDMA Präzisionswerkzeuge zur Pressekonferenz nach Frankfurt. © Hanser/Schröder

  • Die „Sechs Weisen“ des VDMA: Peter Tausend (Fachabteilung Spannzeuge), Markus Horn (ECTA Präsident), Stefan Zecha (Vorsitzender VDMA Präzisionswerkzeuge), Gerhard Knienieder (stv. Vorsitzender), Marco Schülken (VDMA Werkzeugbau) und Markus Heseding (Geschäftsführer VDMA Präzisionswerkzeuge), von links. © Hanser/Schröder

    Die „Sechs Weisen“ des VDMA: Peter Tausend (Fachabteilung Spannzeuge), Markus Horn (ECTA Präsident), Stefan Zecha (Vorsitzender VDMA Präzisionswerkzeuge), Gerhard Knienieder (stv. Vorsitzender), Marco Schülken (VDMA Werkzeugbau) und Markus Heseding (Geschäftsführer VDMA Präzisionswerkzeuge), von links. © Hanser/Schröder

  • Alfred Graf Zedtwitz, Pressesprecher Fachverband Präszisionswerkzeuge, begrüßte rund 20 Fachjournalisten zur Jahrespressekonferenz. © Hanser/Schröder

    Alfred Graf Zedtwitz, Pressesprecher Fachverband Präszisionswerkzeuge, begrüßte rund 20 Fachjournalisten zur Jahrespressekonferenz. © Hanser/Schröder

  • Die erste Pressekonferenz als Vorsitzender des VDMA Präzisionswerkzeuge: Stefan Zecha, Geschäftsführer der Zecha Hartmetall Werkzeugfabrikation, Königsbach-Stein . Gleich in seinem Antrittsjahr muss er einräumen: „Im Jahr 2019 ging die Produktion von Präzisionswerkzeugen in Deutschland um 7% zurück.“ © Hanser/Schröder

    Die erste Pressekonferenz als Vorsitzender des VDMA Präzisionswerkzeuge: Stefan Zecha, Geschäftsführer der Zecha Hartmetall Werkzeugfabrikation, Königsbach-Stein . Gleich in seinem Antrittsjahr muss er einräumen: „Im Jahr 2019 ging die Produktion von Präzisionswerkzeugen in Deutschland um 7% zurück.“ © Hanser/Schröder

  • © Hanser/Schröder

    © Hanser/Schröder

  • Produktion von Präzisionswerkzeugen: Wie groß ist die Krise? So groß wie der Einbruch 2008/2009 auf jeden Fall nicht… Grafik: VDMA

    Produktion von Präzisionswerkzeugen: Wie groß ist die Krise? So groß wie der Einbruch 2008/2009 auf jeden Fall nicht… Grafik: VDMA

  • Stv. Vorsitzender VDMA Präzisionswerkzeuge und Vorsitzender Fachabteilung Gewindewerkzeuge: Gerhard Knienieder vom Emuge-Werk legt die Zahlen für den Bereich der Zerspanwerkzeuge vor. Die Auftragseingänge und Umsätze lagen 2019 4% unter dem Vorjahr. Für 2020 wird ein weiterer Rückgang um 5% erwartet. © Hanser/Schröder

    Stv. Vorsitzender VDMA Präzisionswerkzeuge und Vorsitzender Fachabteilung Gewindewerkzeuge: Gerhard Knienieder vom Emuge-Werk legt die Zahlen für den Bereich der Zerspanwerkzeuge vor. Die Auftragseingänge und Umsätze lagen 2019 4% unter dem Vorjahr. Für 2020 wird ein weiterer Rückgang um 5% erwartet. © Hanser/Schröder

  • Zerspanwerkzeug-Exporte: Die USA liegen weiterhin als größter Einzelmarkt an der Spitze, China lag satte 13% unter dem Vorjahr. Grafik: VDMA

    Zerspanwerkzeug-Exporte: Die USA liegen weiterhin als größter Einzelmarkt an der Spitze, China lag satte 13% unter dem Vorjahr. Grafik: VDMA

  • Markus Horn, Präsident des ECTA (European Cutting Tool Association) und Geschäftsführer der Horn Hartmetall-Werkzeugfabrik war in seiner Funktion erstmals Teil der Veranstaltung und berichtete über die europäischen Aspekte der Zerspanung. © Hanser/Schröder

    Markus Horn, Präsident des ECTA (European Cutting Tool Association) und Geschäftsführer der Horn Hartmetall-Werkzeugfabrik war in seiner Funktion erstmals Teil der Veranstaltung und berichtete über die europäischen Aspekte der Zerspanung. © Hanser/Schröder

  • Marco Schülken, Vorsitzender des VDMA Werkzeugbau und Geschäftsführer von Schülken Form legt die Zahlen für die Werkzeugbaubranche vor: Für 2019 ein Rückgang von 8%, für 2020 wird ein weiteres Minus von7 % erwartet. © Hanser/Schröder

    Marco Schülken, Vorsitzender des VDMA Werkzeugbau und Geschäftsführer von Schülken Form legt die Zahlen für die Werkzeugbaubranche vor: Für 2019 ein Rückgang von 8%, für 2020 wird ein weiteres Minus von7 % erwartet. © Hanser/Schröder

  • Werkzeugbau-Exporte: Die Exporte in die USA gingen 2019 deutlich zurück, sodass China wieder Exportland Nr. 1 ist. (Grafik: VDMA)

    Werkzeugbau-Exporte: Die Exporte in die USA gingen 2019 deutlich zurück, sodass China wieder Exportland Nr. 1 ist. Grafik: VDMA

  • USA und China im Vergleich: Entwicklung deutscher Werkzeugbau-Exporte. Grafik: VDMA

    USA und China im Vergleich: Entwicklung deutscher Werkzeugbau-Exporte. Grafik: VDMA

  • Auch Markus Heseding, Geschäftsführer des VDMA Präzisionswerkzeuge, steht der Fachpresse Rede und Antwort. © Hanser/Schröder

    Auch Markus Heseding, Geschäftsführer des VDMA Präzisionswerkzeuge, steht der Fachpresse Rede und Antwort. © Hanser/Schröder

  • „Frühestens im zweiten Halbjahr 2020 könnte die Nachfrage nach Werkzeugen wieder etwas anziehen“, so Stefan Zecha. © Hanser/Schröder

    „Frühestens im zweiten Halbjahr 2020 könnte die Nachfrage nach Werkzeugen wieder etwas anziehen“, so Stefan Zecha. © Hanser/Schröder

  • Ein Lächeln für die Fotografen zum Schluss: Der nächste Aufschwung kommt bestimmt! © Hanser/Schröder

    Ein Lächeln für die Fotografen zum Schluss: Der nächste Aufschwung kommt bestimmt! © Hanser/Schröder

  • Veranstaltungsort der Pressekonferenz: Die Frankfurter Botschaft direkt am Main. © Hanser/Schröder

    Veranstaltungsort der Pressekonferenz: Die Frankfurter Botschaft direkt am Main. © Hanser/Schröder

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"So ist das Leben - es geht weiter!"

Mit diesen Worten leitete Stefan Zecha, der seit Mitte letzten Jahres Vorsitzender des VDMA Präzisionswerkzeuge ist, die Jahrespressekonferenz ein. Trotz eines schwierigen Jahres 2019 zeigt sich der Verband vorsichtig optimistisch, dass die Konjunktur ab der zweiten Jahreshälfte wieder anzieht.

Gesamtbilanz 2019: Produktionsrückgang von 7 %

Im vergangenen Jahr ist die Produktion der deutschen Präzisionswerkzeuge-Hersteller im Durchschnitt um 7 % zurückgegangen. Hochrechnungen zufolge sank der Produktionswert auf rund 10,4 Mrd. Euro (11,5 Mrd. Euro in 2018). Dabei kamen die Hersteller der Zerspanungswerkzeuge mit einem Minus von 4 % am glimpflichsten davon. Der Werkzeugbau erlitt einen Verlust von 8 %. Der Spannwerkzeugbau musste einem Produktionsrückgang von 9 % verbuchen.

Die Hoffnung auf eine Rückkehr zu Wachstum sei in diesem Jahr noch gedämpft. Bei vielen Unternehmen sei bereits Kurzarbeit zumindest in Planung. Frühestens im zweiten Halbjahr könne die Nachfrage wieder anziehen, dürfte aber insgesamt unter Vorjahresniveau liegen. Die wirtschaftlichen Erwartungen sind für die Teilbranchen unterschiedlich, aber leider alle im negativen Bereich.

Stefan Zecha © Hanser/Schröder

Stefan Zecha zur Lage der Branche

Am Rande der Pressekonferenz sprach die FORM+Werkzeug mit dem Vorsitzenden des VDMA. Zecha kann der Situation auch Positives abgewinnen: „Jetzt haben wir Zeit, Dinge nachzuholen, die wir die letzten Jahre liegen gelassen haben“, meint der Geschäftsführer der Zecha GmbH.
© Hanser/Schröder

Forderung an die Politik: Ideenschmiede werden statt Bürokratiemonster zu sein

„Manchmal kommt es mir so vor, als ob in unserem Land Wirtschaftspolitik ohne Sinn und Verstand betrieben wird. Der teilweise faktenfreie Umgang mit Technologien wie dem Verbrennungsmotor, der als Sündenbock herhalten muss, ist nur ein Beispiel“, so Zecha. Es wäre doch viel sinnvoller, wenn wir die Weichen dafür stellten, mit unseren großartigen Technologien und hervorragenden Ingenieuren die Ideenschmiede und Lösungsanbieter für globale Umweltherausforderungen zu werden.

Der Vorsitzende weiter: „Statt mit Bürokratiemonstern wie der DSGVO und der EU-Entsenderichtlinie die Wettbewerbsfähigkeit der kleineren und mittleren Unternehmen durch ein unzumutbares Maß an bürokratischen Tätigkeiten zu gefährden, sollte sich die Politik lieber darum kümmern, dass bereits in der Schule die Grundlagen für ein breites Technikwissen gelegt werden. Denn unser rohstoffarmes Land hat nur ein echtes Alleinstellungsmerkmal: und das sind seine hochqualifizierten Mitarbeiter.“

Auch für den Werkzeugbau ist die Prognose für 2020 nochmals im Minus

Marco Schülken, Vorsitzender VDMA Werkzeugbau

„Das einzig Positive heute ist das Frankfurter Frühlingswetter“, so beginnt Marco Schülken, der Vorsitzende des VDMA Werkzeugbau, seine Ausführungen. 2019 musste der Werkzeugbau einen Umsatzrückgang von 8 % verbuchen. Der Heimatmarkt schrumpfte durch die extrem gesunkene Nachfrage insbesondere in der Automobilindustrie deutlich. Insgesamt wird erwartet, dass der Umsatz 2020 noch einmal um 7 Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahres bleibt.

Der Werkzeugbau ist „wie das Stück Fleisch im Burger“

„2019 war das Jahr der Einkäufer“, so Marco Schülken weiter. „Die hatten Vergleichsangebote, bei denen die Werkzeugmacher preislich um 30 bis 40 % differierten. Das hat es früher nicht gegeben. Als Unikatfertiger hatten wir immer einen ähnlichen Preis." Das Problem: Die größtenteils kleinen Betriebe hätten zu wenig Marktmacht. „Wir stehen da wie das Stück Fleisch im Burger. Wir sind in einer Sandwichposition." Auf der einen Seite stünden die großen Zulieferer, bei denen Forderungen schwer durchzusetzen sind, auf der anderen Seite sei man der Financier der OEMs.

Der Gipfel der Zumutung sei, dass marktmächtige Kunden versuchen, sich bei ihren Lieferanten durch sogenannte Partnerschaftsangebote Liquidität zu verschaffen und zusätzlich Zahlungsziele zu Ungunsten der Werkzeugbauten ändern. Ein weiteres großes Problem sei auch die Abnahme der Werkzeuge. Denn in vielen Verträgen sei festgelegt, dass erst bei „Note 1“ die Zahlung erfolgt, deshalb würde dieser Zeitpunkt oft hinausgezögert. In diesem Zusammenhang verweist Schülken nochmals auf die Fairness-Initiative des VDMA . Hierfür konnte mittlerweile auch der GKV/TecPart als Partner gewonnen werden.

Weiterführende Information
Unternehmensinformation

VDMA Werkzeugbau

Lyoner Straße 18
DE 60528 Frankfurt
Fax: 069 6603-2269

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