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30.01.2020

Prof. Ludwig Gansauge beim VDWF Arbeitskreis 4.0

Rund 60 Werkzeug- und Formenbauer*innen treffen sich in Stuttgart

Seit mittlerweile vier Jahren gibt es den Arbeitskreis 4.0 beim Verband Deutscher Werkzeug- und Formenbauer (VDWF), der sich vor allem mit den Themenfeldern Strategie, Prozesse, Produkte und den Menschen beschäftigt. Dieses Mal fand das Treffen auf dem Messegelände Stuttgart statt. Gastredner war Prof. Dr.-Ing. Ludwig Gansauge, der an der TU Deggendorf das Anwendungslabor Industrie 4.0 leitet.

  • Seit vier Jahren trifft sich der Arbeitskreis Industrie 4.0 des VDWF. © VDWF

  • Geleitet wird der Arbeitskreis von Jens Lüdtke, Leiter Tebis Consulting. © Hanser/Schröder

  • Rund 60 Werkzeugmacher*innen kamen zum Treffen Ende Januar: Hier die obligatorische Vorstellungsrunde. © Hanser/Schröder

  • Die beiden Flos vom MEX-Team begrüßen die Teilnehmer in den Räumen der Messe Stuttgart: Florian Schmitz (links) und Florian Niethammer. © Hanser/Schröder

  • Gastredner beim Workshop in Stuttgart: Prof. Dr.-Ing Ludwig Gansauge, Leiter des Anwendungslabors Industrie 4.0 an der TU Deggendorf. © Hanser/Schröder

  • Freut sich über das große Interesse am Arbeitskreis: Ralf Dürrwächter, Geschäftsführer des VDWF. © Hanser/Schröder

  • Der Dank des Tages geht an den digitalisierten Professor… © Hanser/Schröder

  • ..und das Team im Hintergrund, das wie immer alles perfekt organisiert hat. Der VDWF-Team, das aus mittlerweile vier Mitarbeiterinnen besteht: Melanie Hofmann, Andrea Bartele, Charlotte Steinhorst und Sabrina Wagner (von links). © Hanser/Schröder

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Prof. Dr.-Ing. Ludwig Gansauge, Leiter des Anwendungslabors Industrie 4.0 an der TU Deggendorf © Hanser/Schröder

Prof. Dr.-Ing. Ludwig Gansauge von der TU Deggendorf © Hanser/Schröder

Der gelernte Werkzeugmacher Gansauge war viele Jahre in der Industrie tätig, bevor er in die Lehre ging. „Ich bin nicht hierhergekommen, um Ihnen zu sagen, was ich besser kann als Sie. Es gibt keine eindeutige Antwort, kein einheitliches Rezept für die Digitalisierung,“ so der Professor. In dem Workshop beleuchtete er auf der einen Seite die technischen Prozesse und die Notwendigkeit von Standardisierungen und den Einsatz von Templates.

Auf der anderen Seite wurden eine Reihe von Zahlen, Daten und Fakten der Branche vorgestellt: Großes Interesse fanden dabei vor allem die Vergleiche von Produktionszahlen, Preise und dem Stand der Digitalisierung von ausländischen Wettbewerbern. Neben dem Trend der Globalisierung gäbe es mittlerweile auch einen Trend der De-Globalisierung. „Werkzeuge für Autos, die in China gebaut werden, werden sicher in Zukunft auch dort produziert werden“, meint Gansauge. Durch Zölle, Lieferzeiten und –kosten und auch der mittlerweile gestiegenen Lohnkosten in China lohne sich der Transfer von Werkzeugen zwischen Deutschland und China immer weniger. Allerdings seien für die Autos, die in Deutschland gebaut werden, auch Anbieter aus dem (ost)europäischen Werkzeugbau interessant.

Interview mit dem Arbeitskreisleiter Jens Lüdtke von Tebis Consulting:

Jens Lüdtke, Leiter von Tebis Consulting, leitet seit vier Jahren den Arbeitskreis Industrie 4.0 beim VDWF. © Hanser/Schröder

Jens Lüdtke, Leiter von Tebis Consulting, leitet seit vier Jahren den Arbeitskreis Industrie 4.0 beim VDWF. © Hanser/Schröder

Wie viele Mitglieder hat der Arbeitskreis 4.0? Und wie sieht Eure Arbeit aus?
Wir haben 10 bis 12 Firmen, die sich seit vier Jahren konsequent und regelmäßig treffen. Sachen ausprobieren, Pilotprojekte starten und Erfahrungen austauschen. Und im Anschluss entscheiden und bewerten wir, was für die Branche tatsächlich Sinn macht. Der Nutzen besteht darin, aktiv mitzuarbeiten – und sich nicht „nur reinzusetzen und berieseln zu lassen“.


Was habt Ihr bisher erreicht? Gibt es konkrete Ergebnisse?
Wir haben ein Ausbildungskonzept inklusive Einsteigerseminar „Was bedeutet Industrie 4.0 für den Werkzeug-, Modell- und Formenbau“ entwickelt. Außerdem haben wir ein Schema erarbeitet, um den Mensch, der dabei eine große Rolle spielt, in den Fokus zu setzen. Das Thema Eigenverantwortung beim heutigen kooperativen Führungsstil gewinnt dabei mehr und mehr an Bedeutung. Die Ergebnise dazu stehen im Leitfaden „Wie steigere ich Eigenverantwortung“.

Es gibt auch einen Leitfaden „Standortbestimmung 4.0 in 15 Minuten“ ?
Richtig, das ist ein öffentliches Dokument, das ist für alle zugänglich. In dem Zug haben wir eine idealisierte Vision entwickelt, was Digitalisierung im Werkzeug- und Formenbau bedeutet. Darin haben wir Handlungsfelder gemeinsam identifiziert. In einem 4-Stufenmodell pro Fragegruppe kann man ablesen, auf welchem Stand der eigene Betrieb steht.

„Wer meint er sei der Beste, hat verloren“

Zum Abschluss greifen wir ein Statement vom Gastredner Prof. Gansauge auf, dass zum Thema Netzwerken, wofür der VDWF mit seinen vielen Arbeitskreisen und Veranstaltungen steht, gut passt: „Wir müssen uns verändern! Jeder der meint, er sei der Beste, der hat verloren. Unsere Chance liegt darin, zusammenarbeiten“, so das Credo von Gansauge.

In einem kurzen Videofilm stellt der Professor seinen Arbeitsbereich vor. Wer neugierig ist, kann sich zum nächsten Treffen anmelden, es findet in der TU Deggendorf statt:

Die nächsten Termine und Veranstaltungsorte des Arbeitskreises 4.0:

  • 2. Februar: TH Deggendorf
  • 7. Juli: Stolz & Seng, Donaueschingen
  • 27. Oktober: Erowa, Cadolzburg
Weiterführende Information
  • Mit System zum Erfolg
    FORM + Werkzeug 02/2019, SEITE 52 - 53

    Mit System zum Erfolg

    Ein Leitfaden zur erfolgreichen Implementierung von Industrie 4.0 im Werkzeugbau

    Echzeitnahe Vernetzung, industrielle Infrastruktur in der Produktion und völlig neueOrganisationsstrukturen: Das WZL der RWTH Aachen...   mehr

  • Fragen an … Jens Lüdtke
    FORM + Werkzeug 02/2019, SEITE 58

    Fragen an … Jens Lüdtke

    Jetzt aber schnell!

    Jens Lüdtke leitet die Consulting-Abteilung von Tebis, hält Vorlesungen an der Fachhochschule Schmalkalden und ist im Vorstand Marktspiegel Werkzeugbau eG als Gutachter tätig. Privat fährt er mit dem Mountainbike am liebsten durch Hügellandschaften und geht auf Konzerte von Bad Religion.   mehr

    Diesen Artikel bieten wir Ihnen mit freundlicher Unterstützung der FORM-Werkzeug-Redaktion kostenlos als PDF-Datei zum Download an.

  • 01.10.2018

    Selbsttest Industrie 4.0 für den Werkzeug- und Formenbau

    Arbeitskreis des VDWF entwickelt 15-Minuten-Test

    Wie ein Punktesystem Auskunft über den Industrie-4.0-Stand des Betriebs geben kann   mehr

Unternehmensinformation

VDWF Verband Deutscher Werkzeug- und Formenbauer e.V.

Gerberwiesen 3
DE 88477 Schwendi

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