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18.12.2019

Internationales Metav-Presseforum zu Gast beim WZL in Aachen

Auf der Schwelle zur vierten industriellen Revolution

Der VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken), Veranstalter der Metav, lud am 12. und 13. Dezember zum Internationalen Presseforum nach Aachen ein.

Beim Metav-Presseforum 2020 © VDW/Strauch

Beim Metav-Presseforum 2020 © VDW/Strauch

Die Metav, Fachmesse für Technologien der Metallbearbeitung, steht nicht nur für neue Produkte, Technologien und Dienstleistungen in der Metallbearbeitung. Sie spiegelt auch die Spannung wider auf der Schwelle zur vierten industriellen Revolution. Immer mehr drängen Themen wie vernetzte Produktion, künstliche Intelligenz und Industrie 4.0 in den Fokus mitsamt den Herausforderungen gerade für mittelständische Unternehmen. Auf dem Forum im Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen wurde deutlich, dass neben interdisziplinärer Forschung auch eine breit angelegte Offensive zum Wissens- und Informationstransfer gefordert ist, damit es der Industrie gelingen kann, aus gigantischen Datenmengen Unternehmens-Mehrwert und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Metav thematisiert Trendthemen

Industrie 4.0 nimmt in der Metallbearbeitung Fahrt auf“, stellte VDW-Geschäftsführer Dr. Wilfried Schäfer auf dem Forum fest. Die Metav biete die Gelegenheit zu einer umfassenden Betrachtung und Bewertung der Entwicklung, von der vernetzten Fertigung zu Cloud-Anwendungen über Datenanalyse, 5G, Machine Learning bis zur künstlichen Intelligenz. Ähnlich wie auf der EMO Hannover, gibt es auf der Metav 2020 einen umati-Showcase (universal machine tool interface), wenn auch in kleinerem Format. Dabei soll demonstriert werden, wie Daten unkompliziert über die umati-Schnittstelle ausgetauscht werden können.

Einen Überblick über interessante Industrie 4.0-Lösungen und realisierte Projekte gibt der 3. mav- Themenpark Automatisierung und Digitalisierung, der es Besuchern zudem ermöglicht, mit Experten ins Gespräch zu kommen. Einen weiteren Schwerpunkt stellt das Thema Sicherheit dar. Erstmals organisiert der VDW gemeinsam mit dem VDMA am 11. März 2020 einen Kongress zur Cybersecurity. Schäfer ist überzeugt: „Der Erfolg neuer Geschäftsmodelle mit Datendiensten und -services hängt essenziell davon ab, dass die Sicherheit gewährleistet ist.“

Wie derartige Geschäftsmodelle aussehen können, ist ein Forschungsschwerpunkt am Aachener WZL. Darum geht es am Metav-Messestand, wo das WZL mit einem Industriepartner das Thema Plattformökonomie, also die Monetarisierung von Maschinendaten, präsentiert. Welche Tragweite das Thema für die Zukunft der industriellen Fertigung hat, wurde indes auch beim Metav-Presseforum deutlich.

Das WZL in Aachen forscht an Lösungen

WZL und das Fraunhofer IPT arbeiten traditionell industrie- und praxisnah mit Partnern verschiedener Branchen zusammen, um Lösungen für industrielle Themenstellungen zu finden. Ein Beispiel dafür ist das 2019 gestartete Exzellenzcluster Internet of Production (IoP). Denn das Internet of Production biete die echtzeitfähige, sichere Informationsverfügbarkeit aller relevanten Daten zu jeder Zeit, an jedem Ort und gelte damit als das Kernstück von Industrie 4.0, erläuterten die Experten vom WZL. Das IoP steigere die Fähigkeit von Unternehmen, Krisen zu bewältigen und mit veränderlichen Rahmenbedingungen umzugehen.

Wissenschaftler des WZL stellten ausgewählte Projekte vor, anhand derer sie die Prognosefähigkeit in adaptiven Prozessketten erläuterten, den Nutzen eines digitalen Zwillings für die Qualitätssicherung darstellten und die Notwendigkeit einer Analyse der im Produktionsprozess gewonnenen Daten unterstrichen. Nur wenn es gelänge, die gewonnenen Daten umfassend auszuwerten und zu nutzen, könnten daraus unternehmerische Wertschöpfung und neue Geschäftsmodelle entstehen.

Moderne Fertigungstechnik live erleben

Wie dies konkret aussieht, wurde den Teilnehmern des Presseforums beim anschließenden Rundgang durch die Maschinenhallen gezeigt. In der Mars Halle (Metrology, Assembly and Robotic Systems) des Lehrstuhls für Fertigungsmesstechnik und Qualitätsmanagement von Prof. Robert Schmitt wird innerhalb verschiedener Prüfstände der produktionsintegrierte Einsatz intelligenter Sensorik demonstriert, darunter auch robotergestützte Handhabungs- und Montageprozesse.

Um anschauliche Beispiele aus dem IoP ging es auch In der Demonstrationsfabrik Aachen (DFA) des Lehrstuhls für Produktionssystematik von Prof. Günther Schuh. Dazu gehören etwa kollaborative Roboter, eine industrielle 5G-Infrastruktur und unterschiedliche Track&Trace-Lösungen.

Qualifizierungsoffensive zu Industrie 4.0

Der Wissenstransfer zwischen Forschung und Industrie genießt am WZL einen hohen Stellenwert. Das WZL trägt dem in seinem umfangreichen Seminarprogramm Rechnung.

Der hohe Qualifizierungsbedarf beschäftigt auch den VDW, der gemeinsam mit dem VDMA Träger der Nachwuchsstiftung Maschinenbau ist, die sich Qualifizierung und Fortbildung auf die Fahnen geschrieben hat. Die Nachwuchsstiftung führt derzeit unter dem Titel NRWgoes.digital eine landesweite Qualifizierungsoffensive für Lehrkräfte zu Industrie 4.0 durch. Als wichtige Multiplikatoren werden sie ihr Wissen anschließend an zahlreiche Auszubildende weitergeben, die so die Zusatzqualifikation Digitale Fertigungsprozesse erwerben können. „Unser Ziel ist es, die künftigen Fachkräfte auf Arbeit und Lernen in der digitalen Arbeitswelt vorzubereiten“, sagt Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des VDW. Natürlich ist dies auch ein Messethema. Auf der Metav Düsseldorf 2020 wird es mehrmals täglich Live-Sessions mit Digital Leadern zum Projekt geben, zu denen die Nachwuchsstiftung Maschinenbau einlädt.

Die Metav findet vom 10. bis 13. März in Düsselforf statt.


Mediathek

Bilder von der Metav 2018

Weiterführende Information
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Unternehmensinformation

RWTH Aachen Werkzeugmaschinenlabor WZL

Campus-Boulevard 30
DE 52074 Aachen
Tel.: 0241 80-27400
Fax: 0241 80-22293

VDW Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken e.V.

Corneliusstraße 4
DE 60325 Frankfurt
Tel.: 069 756081-0
Fax: 069 75608111741-1574

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