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25.05.2016

„In der Konstruktion wird entschieden, ob Geld verdient wird.“

25 Jahre FORM+Werkzeug: Interview mit Wolfgang Faßnacht

Mehrkomponentenwerkzeuge, In-Mold-Labeling und Werkzeuge mit Montagefunktionen – das sind die Kernkompetenzen der Faßnacht Werkzeug- und Formenbau. Inhaber Wolfgang Faßnacht sprach mit uns über den Werkzeug- und Formenbau gestern, heute und morgen.

Wolfgang Faßnacht (© Hanser/Schröder)

Wolfgang Faßnacht (© Hanser/Schröder)

Herr Faßnacht, Sie haben vor 25 Jahren Ihr Unternehmen gegründet. Wie ging es damals zu?

Als ich mich vor 25 Jahre selbstständig machte, zeichnete ich die ersten Werkzeuge noch von Hand am Reißbrett. Es gab zwar Normalien, aber eigentlich begrenzt auf Platten, Versäulungen, Auswerfer und diverses Zubehör. Nahezu alle Bauteile waren Unikate und wurden zum überwiegenden Teil auf konventionellen Maschinen gefertigt. Eine Dokumentation von Änderungen usw. fand eigentlich nur in speziellen Fällen statt.

Unser großer Vorteil zu dieser Zeit war, dass wir als Drei-Mann-Betrieb praktisch keinen unnötigen Verwaltungsaufwand betrieben und somit einen erheblichen Kostenvorteil hatten. Ein Fax zum Beispiel leisteten wir uns erst nach einem halben Jahr. Das Telefon war unser wichtigstes Kommunikationsmittel. Datenaustausch war ja noch kein Thema, da wir noch nicht mit CAD arbeiteten.

Aber auch damals war die Zeit immer knapp bemessen. Die Durchlaufzeiten waren aufgrund der einfacheren Möglichkeiten zwar länger, aber im Verhältnis zu den damaligen Gegebenheiten relativiert sich das wieder.

Gibt es eine nette Anekdote aus dieser Zeit?

Oh ja. Als wir 1991 umziehen mussten, schaffte es die Telekom nicht uns rechtzeitig einen Telefonanschluss einzurichten. Da es ja auch noch keine Handys gab, mussten wir improvisieren: Wir kauften einen Anrufbeantworter, den wir in der alten Halle installierten. Zweimal täglich fuhr dann einer dort hin und beantwortete die eingegangenen Anrufe. Heute wäre das undenkbar.

Wie verlief Ihre technologische Entwicklung?

1992 wurden wir von einem Kunden quasi gezwungen, in den CAD/CAM-Bereich einzusteigen, da er uns einfach einen Auftrag „aufs Auge drückte“ der nur mit CAD/CAM umsetzbar war. 2000 wechselten wir dann auf VISI, da uns der bisherige Softwarelieferant zum Jahrtausendwechsel nochmal kräftig über den Tisch ziehen wollte. Durch den Einsatz speziell der CAM-Funktionen konnten wir unsere Maschinenlaufzeiten deutlich steigern und auch die Programmierzeiten massiv reduzieren. 2002 investierten wir in eine Laserschweißanlage, was uns wiederum bei Änderungen und Maßkorrekturen erhebliche Vorteile brachte. 2008 dann die Anschaffung einer LaserCusing-Anlage was uns eine deutliche Abhebung von anderen Formenbauern ermöglichte und gleichzeitig technologisch erheblich nach vorne brachte.

Was denken Sie, wird Fräsen immer die Königsdisziplin bleiben?

Ich würde Fräsen nicht als Königsdisziplin bezeichnen. Wenn schon etwas eine Königsdisziplin ist, wäre das meiner Meinung nach die Konstruktion bzw. das Formen-Knowhow. Dort wird entschieden, ob Geld verdient wird oder nicht. Die komplette Produktion ist nur Mittel zum Zweck und wird überbewertet.

Und wie steht es mit den anderen Fertigungsverfahren?

Das Erodieren wird auch in Zukunft unverzichtbar sein, da es bis auf weiteres keine Alternativen für bestimmte Bereiche und Oberflächen gibt. Die additive Fertigung wird sich, so glaube ich, in bestimmten, aber überschaubaren Bereichen auf jeden Fall etablieren. Aber sicher nicht durchgängig.

Wird der Roboter den Werkzeugmacher ersetzen?

Nein, definitiv nicht. Er kann den Werkzeugmacher unterstützen, aber nicht ersetzen, nie und nimmer!

Wie muss ein erfolgreicher Werkzeugmacher heute aufgestellt sein?

Gewinnen kann nur, wer technologisch führend ist, ohne jeden Modegag mitzugehen. Und wer Erfolg haben will, sollte konsequent seine Standpunkte vertreten und notfalls auch mal nein zu unsinnigen Anforderungen sagen.

Genauigkeiten im µ-Bereich, hohe Drehzahlen und gekühlte Werkzeuge sind heute schon Standard. In welchen Bereichen erwarten Sie noch Quantensprünge?

Deutliches Potenzial sehe ich noch in der Konstruktion und der Programmierung. In anderen Bereichen sind die Entwicklungen einfach noch nicht absehbar. Das Stichwort Werkzeugbau 4.0 allerdings wird in meinen Augen total überbewertet und bringt in erster Linie ein riesiges Kostenmonster mit sich.

Weiterführende Information
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Unternehmensinformation

W. Faßnacht Werkzeug- und Formenbau

Boschstr. 12a
DE 86399 Bobingen
Tel.: 08234 96540
Fax: 08234 965411

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